Wassily-Stuhl B3

Der überaus talentierte Marcel Breuer entwarf  1925 im Alter von 23 Jahren den Wassily-Stuhl B3 und war zu dieser Zeit nach seiner Ausbildung zum Tischler am Bauhaus in Weimar schon Jungmeister und Leiter der Möbelwerkstatt am Bauhaus Dessau. Seine Möbelentwürfe aus Holz waren aufregend und neu, da er sie aus formal identischen, aber variierten Einzelteilen zu einem Ganzen zusammengefügte.

Sein Adler-Fahrrad soll Marcel Breuer zum Entwurf von Stahlrohrmöbeln inspiriert haben. Nach dem Vorbild gebogener Fahrradlenker wollte er Möbel bauen, konnte die Firma Adler aber nicht von seiner Idee überzeugen. In Kooperation mit den Junkers-Flugzeugwerken entwarf er die ersten Stahlrohrmöbel, auch den Stahlclubsessel B3 für das vom Bauhaus errichtete Meisterhaus von Kandinsky, weshalb er später Wassily-Stuhl B3 genannt wurde.

Für Breuer war es sein bis dahin extremster Entwurf, ein radikaler Schritt, der ihm zunächst sogar einige Kritik von den Kollegen einbrachte. Der Stuhl habe nichts Künstlerisches und sei wenig gemütlich. Breuer aber war stolz auf seine mechanische Logik. Schließlich machte sie ihn weltberühmt und zum Erfinder der Stahlmöbel.

Die jüdische Herkunft Marcel Breuers zwang ihn 1933 Deutschland zu verlassen. Nach Aufenthalten in Ungarn und London emigrierte er 1937 in die Vereinigten Staaten. Die Architektur und weltweiter Erfolg mit seinen Arbeiten bestimmten sein Leben bis zu seinem Tod 1981.

Der Wassily-Stuhl B3 scheint jedoch unsterblich zu sein, er wird noch immer von der Firma Knoll-International hergestellt.







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