Tulip Chair

1957 gestaltete der in Finnland geborene Architekt und Designer Eero Saarinen den Tulip Chair. Sein familiärer Hintergrund ließ eigentlich nichts anderes erwarten, als kreativ tätig zu werden. Sein Vater, ein berühmter Architekt und Direktor der Cranbrook Akademie of Art und seine Mutter, eine Textilkünstlerin, lebten ihm die Liebe zum Design vor und konnten Kontakte zu berühmten Menschen herstellen. Nach einem Studium der Bildhauerei in Paris sowie einem Architekturstudium an der Yale University wurde er mit seinem Freund Charles Eames 1940 bei einem Wettbewerb des Museum of Modern Art in New York für mehrere Möbelentwürfe ausgezeichnet, unter anderem für den Organic Chair. Mangels fehlender Produktionstechniken ging dieser Stuhl nie in Serie. Als in den 50iger Jahren Kunststoff beliebig formbar wurde, schlug die Stunde der Designer. Visionen konnten jetzt umgesetzt werden, wie der Tulip Chair.

Florence Knoll, die an der Cranbrook  Academy of Art Architektur studiert hatte, konnte Eero Saarinen für das Unternehmen Knoll International gewinnen. 1957 entwarf er den Tulip Chair, der sofort seine Liebhaber fand. Ein Stuhl, der nicht auf vier Beinen stand sondern auf einem einzigen Säulenfuß, auf einer Standplatte angebracht, war für viele Menschen einfach kein Stuhl, für andere die absolute Innovation im Sitzmöbelbereich. Der darauf befestigte Schalensitz  ging in einem Stück in die Lehne über. Diese Konstruktion erinnerte mit einer gewissen Vorstellungskraft an eine Tulpe; der Säulenfuß als Stengel und der Sitz mit Lehne als geschwungenes Blütenblatt. Verstärkt wurde dieser optische Eindruck durch die Polsterung der Sitzschale. Der Entwurf fand internationale Anerkennung und wurde u.a. vom Museum of Modern Art in New York ausgezeichnet.

Knoll International bietet den Tulip Chair heute in verschiedenen Variationen an: mit gepolstertem Sitzkissen oder vollgepolsterter Innenschale mit Sitzkissen. Die Schale ist aus glasfaserverstärktem Kunststoff, für die Polsterung steht eine Auswahl an Stoffen bereit. Unter dem Säulenfuß befinden sich die Signatur des Schöpfers sowie das Firmenlogo des Herstellers.







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