Medici Stuhl

Konstantin Grcic stellte seinen Medici Stuhl erstmals auf der Internationalen Mailänder Möbelmesse 2012 vor und schwimmt damit auf der Holzwelle, die schon seit längerer Zeit weltweit zu beobachten ist. Das Thema „zurück zur Natur“ inspiriert viele Designer zu Entwürfen aus natürlichen Materialien. Konstantin Grcic hat sich für Holz entschieden, zu dem er als gelernter Möbelschreiner ein besonderes Verhältnis hat. Seine Kenntnisse über die Eigenschaft von Holz und das Verhalten des Materials bei seiner Verarbeitung hat der Designer bei der Entwicklung zum Medici Stuhl einfließen lassen und entwickelte ihn nach selbst aufgestellten Regeln.

 

Wichtig war ihm die Verarbeitung von Holzbrettern, um einen Bezug zum ersten Verarbeitungsschritt nach dem Fällen des Baumes aufzuzeigen, dem Zersägen in Bretter im Sägewerk. Da Holz kein statischer Werkstoff ist, sondern immer in Bewegung bleibt, verzichtete der Designer auf flächenbündige Verbindungen. So werden vom arbeitenden Holz erzeugte Risse vermieden, wie sie häufig bei Bänken  und Kommoden auftreten.

 

Beim ersten Blick auf den Medici Stuhl verfolgt das Auge die Verbindungen des Holzes, das wie ineinander gesteckt wirkt. Die Konstruktion erinnert an Aufklappbilderbücher, die schon im 19. Jahrhundert modern waren. Hier gibt sie dem schweren Holzstuhl eine optische Leichtigkeit, die nicht so recht zum Namen Medici passt, der eher mit thronartigen Sitzmöbeln in Verbindung gebracht wird, als Ausdruck von Macht und Wohlstand. Vielleicht ist die Namenswahl eine Hommage an die italienische Handwerkskunst, denn der Medici Stuhl wird von der Traditionsfirma Mattiazzi in Handarbeit mit Unterstützung eigener Maschinen der neuesten digitalen Produkttechnologie gefertigt. Er wird in drei verschiedenen Holzarten angeboten: Amerikanische Walnuss natur, thermobehandelte Esche natur, Douglasie natur, gelb gebeizt und grau gebeizt.

 

Der Medici Stuhl ist im Innen- und Außenbereich einsetzbar und bietet mit niedriger Sitzhöhe und nach hinten geneigter Rückenlehne hohen Sitz/Liegekomfort. Als Einzelstück ist er ebenso attraktiv wie in der Gruppe. Um einen längeren bequemen Aufenthalt auf dem schönen Stuhl zu garantieren, sollte der Designer dazu passende Sitzkissen entwerfen.







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