Pit Stuhl von Tonon

Der Pit Stuhl von Tonon gewinnt den Interior Innovation Award 2013. Er wurde am Vorabend der imm Cologne während einer Festveranstaltung an das Designteam Maly Hoffmann und Kahleyss verliehen, die bekannt für ihre niveauvollen Entwürfe sind. Für die Jury erfüllt der Pit Stuhl alle Anforderungen des Designwettbewerbs, der „innovative Spitzenleistungen in allen Produktbereichen der Branche“ auszeichnet.

 

Der Pit Stuhl tritt mit einem minimalistischen Design auf, und zeigt die formvollendete Verbindung von Design und Handwerk. Hinter dem Entwurf stehen Designer, die weltweit Anerkennung finden und durch ihre gestalterischen Fähigkeiten überzeugen. Die Verarbeitung hochwertiger Hölzer aus amerikanischen Nussbau oder Eiche machen aus dem Pit Stuhl ein wertvolles Sitzmöbel mit langer Lebensdauer. Die Beine des Stuhls sind kunstvoll gedrechselt und scheinen aus der Sitzschale herauszuwachsen, da kein Holzrahmen zu sehen ist. Sie bilden einen eleganten Kontrast zur weißen Sitzschale aus Leder mit horizontaler Nahtführung. Als Alternative ist der Pit Stuhl mit Sichtholzrücken und gepolstertem Lederbezug erhältlich.

 

Die Maße des Stuhls sind großzügig angelegt und betragen: Breite 48 cm, Tiefe 55 cm, Höhe 83 cm. Auch große und stark gebaute Menschen finden auf ihm ausreichen Platz und immer ist genug Raum vorhanden, die Sitzposition bequem zu verändern. Mit einer Sitzhöhe von 47 cm ist der Pit Stuhl prädestiniert für den Einsatz am Tisch. Er lädt zu ausgedehnten Mahlzeiten und langen Gesprächen ein, ohne unbequem zu werden. Die ergonomische Form fängt den Körper des Nutzers auf und stabilisiert seine Sitzhaltung. Bei allen funktionellen Eigenschaften kommt die Optik nicht zu kurz. Der Pit Stuhl ist zeitlos elegant und hebt sich mit seinem hochwertigen Material von billiger Massenware ab. Das hat seinen Preis, ist aber sein Geld wert, denn Designerstühle sind immer eine Investition in die Zukunft. Sie bereiten dem Besitzer viele Jahre Freude und können an die nächste Generation weiter gegeben werden.

 

Basil Stuhl

Mit einem interessanten Detail hebt sich der Basil Stuhl von dem großen Angebot an Kunststoffstühlen ab. Er besitzt einen vertikalen Knick in der Mitte der Sitzschale, ähnlich der Hauptader im Basilikumblatt. Das schmackhafte Kraut ist Namensgeber des Stuhls, der in den appetitlichen Farben himmelblau, schwarz matt, taubengrau, schneeweiß matt, rot, und senfgelb angeboten wird. Die Designer von Mr Smith Studio haben den Basil Stuhl in Zusammenarbeit mit dem italienischen Unternehmen Calligaris entwickelt, das mit dem Produkt erfolgreich auf dem Möbelmarkt vertreten ist. Schon bei der Vorstellung während der Internationalen Mailänder Möbelmesse 2011 erntete der Basil Stuhl viel Lob und erhielt im Januar 2012 auf der Imm Cologne den Interior Innovation Award. Nicht nur optisch ist der Basil Stuhl ein Leckerbissen, er ist sehr bequem, weil die anatomisch geformte Sitzschale leicht nachfedert. Der Kunde hat die Wahl zwischen verschiedenen Untergestellen aus verchromtem, gebürstetem oder lackiertem Metall: vier gerade Beine, Kufengestell, Vierfußkreuz und Fünfsternfuß auf Rollen. Für Holzliebhaber gibt es ein Untergestell mit vier geraden Beinen aus Buchenholz gebleicht, graphit oder matt weiß.

 

Wer den Basil Stuhl im Garten oder auf der Terrasse  einsetzen möchte, sollte das außentaugliche Modell wählen, da es mit einer speziellen zweischichtigen Lackierung versehen ist, die vor Umwelteinflüssen, Regen und starker Sonneneinstrahlung schützt. Calligaris stellt die Sitzschale des Stuhls aus Restylon, einem thermoplastischen Polymer-Verbundwerkstoff her, der zu etwa 35 % aus Recycelmaterial besteht und besonders stabil und flexibel ist. Das Endprodukt ist zu 100 % wieder verwertbar. Der stapelbare Basil Stuhl ist 46 cm breit, 52 cm tief und 83,5 cm hoch. Die Sitzhöhe von 45 cm entspricht einem gängigen Maß, um bequem am Tisch sitzen zu können. Wo ein Sitzplatz benötigt wird, bietet sich dieser schwungvolle Stuhl an. Seine Form wirkt lebendig, seine Farben haben eine positive Ausstrahlung. Mit der entsprechenden Farb- und Materialwahl entscheidet der Kunde, ob der Basil Stuhl elegant oder sportlich auftreten soll.

Vienetta Stuhl

Mit dem Namen Vienetta verbinden viele Leute eine zartschmelzende Eiscreme, die von hauchdünner Schokolade durchzogen ist. Der Designer Floris Wubben scheint sie zu mögen, denn sein Vienetta Stuhl hat eine gewisse Ähnlichkeit mit der süßen Versuchung. Kreativität und Innovation sind für ihn die treibende Kraft seines Designs, das Experimentieren mit neuen Materialien eine Herausforderung. Seine Vorliebe für skulpturale Objekte zeigt sich auch beim Entwurf zum Vienetta Stuhl. Die Funktion steht nicht im Mittelpunkt, sie ist Teil des Gesamtkonzepts, zu dem das ungewöhnliche Material und die Formgebung gehören. So überzieht Floris Wubben den Stuhl nicht einfach mit Stoff oder Leder und verzichtet auf eine durchgängig glatte Oberfläche. Für die Rückenlehne und die Sitzfläche legt er Kunststoff in Wellen, das auf einem glänzenden verchromten Stahlrohgestell mit querlaufenden Rohren befestigt wird. Es entsteht ein ähnlicher optischer Effekt, wie ihn die Eiscreme aufweist. Das weiße Polypropylen verleiht dem Vienetta Stuhl eine besondere Leichtigkeit und macht ihn gleichzeitig sehr stabil. Diese Konstruktion ist zerlegbar, jedes einzelne Element auf Wunsch austauschbar. Das lässt dem Nutzer die Option offen, farbige Elemente einzusetzen oder den Stuhl in einer anderen Farbe zu gestalten. Hierfür stehen 25 Farbtöne zur Auswahl.

Neben seinem interessanten Outfit ist der Vienetta Stuhl bequem und standfest. Die Ausmaße von 50 cm Breite x 50 cm Tiefe x 90 cm Höhe sind großzügig angelegt.

Formal zeigt er eine Nähe zu den Kunststoffstühlen der 50er Jahre und den beliebten Lamellenrollos dieser Epoche. Der Designer trifft damit ins Schwarze, denn viele aktuelle Möbelmessen zeigen Retro Produkte und Reeditionen vergangener Zeit. Der Vienetta Stuhl lässt sich somit problemlos in die gewünschte Wohnwelt integrieren und macht auch auf der Terrasse einen guten Eindruck, weil er sommerlich frisch wirkt.

 

Der Vienetta Stuhl wurde erstmals auf der Dutch Design Week 2009 vorgestellt, der größten Ausstellung für junge talentierte Künstler und Designer. 2010 war er auf der „Hidden Heroes“ während der Internationalen Mailänder Möbelmesse vertreten.

 

Palio Stuhl

Da der Stuhl nicht neu erfunden werden kann, sind Ähnlichkeiten mit bereits vorhandenen Modellen nicht zu vermeiden. So ist zu erklären, dass der erste Blick auf den Palio Stuhl an den berühmten Costes Stuhl von Philippe Starck aus dem Jahr 1984 erinnert. Der zweite Blick zeigt, dass Konstantin Grcic einen völlig neuen Stuhl entwickelt hat, der den gehobenen Ansprüchen der heutigen Zeit gerecht wird. Er soll seinen Platz in Cafés, Restaurants und Hotels finden und empfiehlt sich für die elegante Ausstattung von Besprechungszimmern und anderen Räumlichkeiten im Bürobereich. Im privaten Bereich bringt der Palio Stuhl Eleganz und Komfort an den Esstisch, von dem Gastgeber und Gäste überzeugt sein werden. Sein geometrischer Korpus wird von schlanken Beinen aus Aluminium, silber oder schwarz matt eloxiert, getragen und gibt dem Stuhl eine zeitlose moderne Form, an der sich niemand satt sehen wird. Er ist kompatibel mit jedem bereits vorhandenen Wohnumfeld oder bestimmt die Linie einer neuen Inneneinrichtung.

 

Der italienische Hersteller Plank fertigt den Palio Stuhl in den eleganten Farben natur und schwarz. Die gesamte Sitzschale besteht aus Kernleder und hängt in einem Stahlrohramen. Dieses strapazierfähige Leder wird bei der Produktion von Sätteln und Zaumzeug eingesetzt und übersteht eine ständige starke Beanspruchung. Aufgrund der Dicke des Leders verzichtet Konstantin Grcic auf die herkömmliche Stuhlpolsterung und verarbeitet stattdessen zwei Lagen Kernleder. Auf diesem Weg wird der gewünschte Sitzkomfort erreicht, bei dem sich das natürliche Material den Körperformen und Bewegungen anpasst. Um das hochwertige Leder beim Umsetzen des Stuhls zu schonen, ist am oberen Ende der Rückennaht ein Nylongurt angebracht, der an den Zip eines Reißverschlusses erinnert. Er lockert die Gesamtkonstruktion noch einmal optisch auf. Der Palio Stuhl ist 79 cm hoch, 53 cm tief und 54 cm breit, mit einer Sitzhöhe von 45 cm.

 

Seinen ersten erfolgreichen Auftritt hatte der Palio Stuhl auf der Internationalen Mailänder Möbelmesse 2012.

Pila Stuhl von Ronan & Erwan Bouroullec

Ronan & Erwan Bouroullec sind auf der Mailänder Möbelmesse 2012 mit mehreren neuen Entwürfen vertreten gewesen, dazu gehört auch der Pila Stuhl für den italienischen Möbelhersteller Magis. Ausgangspunkt für diese Kreation war der Gedanke, einen Stuhl zu erschaffen, der in Material und Zubehör auf ein Minimum reduziert ist. Sitz und Rückenteil sind aus Schichtholz geformt und werden von dünnen massiven Holzstäben gestützt. Diese werden von einem Aluminiumgussrahmen zusammengehalten, der sich unter dem Sitz befindet und somit nicht sichtbar ist. Der Pila Stuhl erhält mit dieser Technik ganz unauffällig eine Stabilität, die der grazilen Erscheinung auf den ersten Blick nicht zugetraut wird. Die Designer vergleichen die Form der Rückenlehne mit der Klinge eines Messers, das im Griff seinen Halt findet. Hier mündet die gebogene Lehne in den Rahmen des Stuhls und wird dauerhaft sicher positioniert. Die Sitzfläche beträgt 45,5 cm x 66 cm und einer angenehmen Lehnenhöhe von 77 cm.

 

Ronan & Erwan Bouroullec wollten einen Stuhl entwerfen, der so leicht wirkt, als schwebe er im Raum. Es werden sich Kunden finden, die den Pila Stuhl genau so wahrnehmen, wie die Designer ihn sehen. Der Hersteller fertigt drei Modelle aus Eschenholz: komplett Esche natur, komplett Esche schwarz gebeizt oder Sitz- und Lehne in Esche schwarz gebeizt mit einem Gestell aus Esche natur.

 

Der Pila Stuhl passt in jedes Esszimmer, in die Küche und überall dahin, wo Räume nicht mit schweren Stühlen überladen werden sollen oder einfach kein Platz für große Möbel vorhanden ist. Er ist nicht nur ein optisches Leichtgewicht, er lässt sich auch gut bewegen, so dass er schnell an jeden gewünschten Ort gestellt werden kann. Passend zu diesem formschönen Stuhl haben die Brüder Bouroullec den Pilo Tisch entworfen, der ebenso attraktiv wie die Sitzgelegenheit ist.

 

 

Blocco Stuhl

Pünktlich zur Internationalen Mailänder Möbelmesse 2012 stellte der italienische Möbelhersteller Plank den Blocco Stuhl vor. Der Name erweckt die Illusion, der Stuhl sei aus einem Block Holz gefertigt, weil sich die Form auf das Wesentliche reduziert, was einen Stuhl ausmacht. Das ist typisch für den Japanischen Stardesigner Naoto Fukasawa, der für sein minimalistisches Design bekannt ist und als Vorreiter des Minimalismus im Design gilt.

 

Der Blocco Stuhl ist der Inbegriff eines guten Stuhls. Einerseits besitzt er eine klassische Stuhlform, die auf jede Art von Schnörkel verzichtet, andererseits ist er jedoch moderner und wesentlich eleganter als der übliche Holzstuhl, der sich in Küchen und Kantinen befindet. Fukasawa gibt ihm eine nach vorne abgerundete Sitzfläche, aus der die Beine fließend gerade nach unten laufen. Die  Rückseite des Stuhls verläuft konkav. Dabei sind die Stuhlbeine in einem Stück bis hinauf zur Lehne gezogen, die aus einer leicht gebogenen Planke besteht und am oberen Ende abgerundet ist.

 

Auf den ersten Blick könnte der Eindruck entstehen, der Blocco Stuhl sei aus zwei Elementen zusammengesetzt: Rückenlehne mit Beinen und Sitz mit Beinen. Real betrachtet bildet er eine geometrische Einheit mit klarem Ausdruck und eleganter Erscheinung. Die Sitzhöhe von 45 cm erlaubt eine aufrechte Sitzhaltung und wird von der Rückenlehne unterstützt, die mit ihrer richtigen Position ein entspanntes Anlehnen ermöglicht. Der Blocco Stuhl ist 81 cm hoch, 52 cm tief und 47 cm breit. Der Hersteller Plank fertigt den Holzstuhl aus Esche natur lackiert, schwarz gebeizt lackiert oder offenporig decklackiert in den Farben grau, weiß und rot. Diese verschiedenen Modelle eröffnen die Möglichkeit den Blocco Stuhl vielseitig einzusetzen. Er passt als Küchen- oder Esszimmerstuhl zu bereits vorhandenen Möbeln im privaten Bereich, ist aber hauptsächlich für Cafés und Restaurants vorgesehen, wo ein robuster, stabiler Stuhl gebraucht wird, der auch durch sein gutes Aussehen überzeugt. Der Blocco Stuhl ist stapelbar, um auf Besucherströme zu reagieren und die Raumpflege zu erleichtern. Als Einzelstück dient er im Eingangsbereich oder im Schlafzimmer als Zwischenstopp und setzt dabei einen dekorativen Akzent.

Medici Stuhl

Konstantin Grcic stellte seinen Medici Stuhl erstmals auf der Internationalen Mailänder Möbelmesse 2012 vor und schwimmt damit auf der Holzwelle, die schon seit längerer Zeit weltweit zu beobachten ist. Das Thema „zurück zur Natur“ inspiriert viele Designer zu Entwürfen aus natürlichen Materialien. Konstantin Grcic hat sich für Holz entschieden, zu dem er als gelernter Möbelschreiner ein besonderes Verhältnis hat. Seine Kenntnisse über die Eigenschaft von Holz und das Verhalten des Materials bei seiner Verarbeitung hat der Designer bei der Entwicklung zum Medici Stuhl einfließen lassen und entwickelte ihn nach selbst aufgestellten Regeln.

 

Wichtig war ihm die Verarbeitung von Holzbrettern, um einen Bezug zum ersten Verarbeitungsschritt nach dem Fällen des Baumes aufzuzeigen, dem Zersägen in Bretter im Sägewerk. Da Holz kein statischer Werkstoff ist, sondern immer in Bewegung bleibt, verzichtete der Designer auf flächenbündige Verbindungen. So werden vom arbeitenden Holz erzeugte Risse vermieden, wie sie häufig bei Bänken  und Kommoden auftreten.

 

Beim ersten Blick auf den Medici Stuhl verfolgt das Auge die Verbindungen des Holzes, das wie ineinander gesteckt wirkt. Die Konstruktion erinnert an Aufklappbilderbücher, die schon im 19. Jahrhundert modern waren. Hier gibt sie dem schweren Holzstuhl eine optische Leichtigkeit, die nicht so recht zum Namen Medici passt, der eher mit thronartigen Sitzmöbeln in Verbindung gebracht wird, als Ausdruck von Macht und Wohlstand. Vielleicht ist die Namenswahl eine Hommage an die italienische Handwerkskunst, denn der Medici Stuhl wird von der Traditionsfirma Mattiazzi in Handarbeit mit Unterstützung eigener Maschinen der neuesten digitalen Produkttechnologie gefertigt. Er wird in drei verschiedenen Holzarten angeboten: Amerikanische Walnuss natur, thermobehandelte Esche natur, Douglasie natur, gelb gebeizt und grau gebeizt.

 

Der Medici Stuhl ist im Innen- und Außenbereich einsetzbar und bietet mit niedriger Sitzhöhe und nach hinten geneigter Rückenlehne hohen Sitz/Liegekomfort. Als Einzelstück ist er ebenso attraktiv wie in der Gruppe. Um einen längeren bequemen Aufenthalt auf dem schönen Stuhl zu garantieren, sollte der Designer dazu passende Sitzkissen entwerfen.

Florinda Stuhl

Der Entwurf der schwedischen Designerin Monica Förster gehört zu den Neuheiten der Mailänder Möbelmesse. Wieder einmal zeigt sie einen praxistauglichen Gegenstand, nämlich den Florinda Stuhl. Dieses Möbelstück wird nicht neu erfunden, sondern gelungene Details formen einen modernen Stuhl, der die Langeweile aus öffentlichen Räumen, Kantinen und Besprechungszimmern vertreibt. Das Holzgestell aus massiver Buche ist aufgepeppt durch die farbige Rückenlehne und Sitzfläche aus Kunststoff. Sie wird zum Kompromiss für alle, die eigentlich nur Holz oder nur Kunststoff mögen und ist durch die Kombination der verschiedenen Materialien vielfältig einsetzbar. Die Entscheidung für neue Stühle bedeutet nicht zwangsläufig  die Anschaffung eines neuen Tisches, da der Florinda Stuhl überall seinen Platz findet ohne das Gesamtbild der Einrichtung zu stören. Die Form ist schnörkellos und geradlinig, so dass eine Leichtigkeit entsteht, die sich durch die frischen Farben potenziert. Monica Förster gibt dem Stuhl eine persönliche Note, indem sie die optische Trennung von Holzgestell und Kunststofflehne nach oben verlagert und die rückwärtigen Beine über die Sitzfläche hinaus verlängert. Das Modell mit Armlehnen zeigt ebenfalls eine Distanz zum klassischen Stuhldesign, denn sie sind verkürzt, schließen nicht mit der Sitzfläche ab. Was im ersten Moment kurios wirkt, erweist sich jedoch als sehr praktisch, denn häufig stören ausladenden Armlehnen, vor allem beim Wechsel zwischen Aufstehen und Sitzen. Der Florinda Stuhl ist stapelbar und somit ideal für Konferenzräume und Bildungseinrichtungen. Auch in Bistros und Restaurants wird er zukünftig zu finden sein. Zu Hause lassen sich mehrere Exemplare verstauen, die bei Bedarf schnell an den Bestimmungsort gebracht werden. Ein Essplatz mit verschieden farbigen Stühlen wirkt lebendig und lässt den Tag gut beginnen. Jeder kann sich seine Wunschfarbe aussuchen und hat damit einen Stammplatz gefunden. Das pflegeleichte Material macht dieses Sitzmöbel zum idealen Familienstuhl und im ganzen Haus einsetzbar.

Jill Stuhl

Alfredo Häberli hat zu den Neuheiten auf der Mailänder Möbelmesse mit dem Jill Stuhl einen Beitrag geleistet, der zu Diskussionen anregt. Die Nähe seines Entwurfs zu den Eames Chairs ist nicht zu übersehen, vom Designer aber gewollt. Als großer Bewunderer der Entwicklung von Stühlen aus Schichtholz modernisiert er Bewährtes und drückt ihm seinen Stempel auf. Häberli arbeitet zum ersten Mal mit Vitra zusammen und setzt modernste Technik zur Schichtholzverformung ein, um das zu erreichen, was Charles Eames nicht gelungen ist, eine einteilige Sitzschale aus Holz zu fertigen. In einem patentierten Verfahren werden nun Furniere wie ein Band gezogen, bis sie in der Sitzfläche aneinander stoßen. Die Furnierdecke nimmt nach oben hin ab und es entsteht eine Öffnung im Übergang von Sitz und Rücken, die der  Schale Flexibilität gibt und für einen hohen Sitzkomfort sorgt.

Historische Spuren zeigen sich auch bei der Gestaltung der Untergestelle. Häberli nähert sich seinen Vorbildern an, schafft aber den Sprung in die heutige Zeit, indem er mehrere Materialien und Farbvarianten zu Verfügung stellt.  Holz, Aluminium, Draht oder Stahlrohr können eine Verbindung mit optionalen Stoffbezügen eingehen, die die vorhandene Farbe ergänzen oder einen optischen Kontrast bilden. Der Kunde wird bei seiner Kaufentscheidung kreativ indem er seine Vorstellung von Farbe und Untergestell verwirklicht. Jill erscheint einmal auffallend bunt, dann wieder elegant dezent. Er ist vielfältig einsetzbar, wirkt modern und gleichzeitig klassisch.

Als Hüter des Schatzes von Charles Eames hat Vitra dazu beigetragen, dass Schichtholzverformung weiter entwickelt wird und damit im Interesse des großen Designers gehandelt. Im Zeitalter des Kunststoffs findet eine Rückbesinnung auf natürliche Materialien und deren Gestaltungsmöglichkeiten statt, die vielen Menschen schon gar nicht mehr bewusst ist. Bei Stuhlentwürfen stellt sich immer die Frage, ob noch etwas Neues kommt.  Die Veränderung und Weiterentwicklung des Bestehenden gelingt manchmal außerordentlich gut. Der Jill Stuhl zeigt es.

Husk Sessel

Manchmal sieht es lustig aus, wenn die ganze Familie vor dem Fernseher sitzt und sich in Decken eingehüllt hat. Bevor die Heizung höher gestellt wird, kommt die gute alte Steppdecke zum Einsatz. Patricia Urquiola scheint diese Angewohnheit zu kennen und verarbeitet die kostensparende Gemütlichkeit in ihrer neuesten Kreation, dem  Husk Sessel, was Schalensessel bedeutet. Vielleicht hat sie sich von einer Daunenjacke inspirieren lassen, die der Musher bei der Ausfahrt mit seinen Huskys trägt. Auf der Mailänder Möbelmesse 2011 machte der Hersteller B&B Italia das breite Publikum mit diesem bequemen Sitzmöbel bekannt. Die Sitzschale aus Recyclingkunststoff besteht aus einer Oberfläche, die mit Mulden versehen ist und dem gesteppten Polster Halt gibt. Sie ist in vier verschiedenen Farben erhältlich. In Handarbeit werden die Kissenelemente genäht und zusammengefügt, bis die Steppdeckenstruktur entsteht, die zum reinkuscheln einlädt. Als Bezugsstoff stehen verschiedene Farbvarianten zu Auswahl, ebenso Lederbezüge. Der Kunde kann sich einfarbige Polster oder einen Farbmix bestellen und seinen individuellen Sessel gestalten, auch mit Kopfstütze. Anschließend wird die gepolsterte Sitzschale auf ein Holzgestell mit vier abstehenden Beinen gesetzt oder auf einem Viersternfuß montiert. Die ausladenden Arme des Sessels fordern regelrecht dazu auf, Platz zu nehmen. Der Husk Sessel wirkt sehr sympathisch, erinnert jedoch auch an „Schondagewesenes“ in neuem Kleid. Kritisch betrachtet stellt sich die Frage, ob sich in den Vertiefungen der Steppnähte Staubpartikel absetzen und welche Stellen der Polsterung als erstes Abnutzungserscheinungen zeigen. Ein passender Hocker trägt zum Sitzkomfort bei und hinterlässt optisch einen guten Eindruck. Anerkennung verdient die vollkommene Wiederverwertung aller bei der Produktion eingesetzten Materialien. Die Fangemeinde von Patricia Urquiola wird von ihrem Entwurf begeistert sein. Der Husk Sessel wird sich als Einzelstück durchsetzen, weil er dann erst richtig zur Geltung kommt. Sein Design erlaubt es, ihn zu allen anderen Stilrichtungen hinzuzufügen.