Thonet Stuhl S 774

Der Thonet Stuhl S 774 ist eine Re-Edition des S 664 Stuhls von Eddie Harlis aus dem Jahr 1954, der bis heute von Thonet hergestellt wird. Das Vorbild aus Schichtholz ist nun als Neuinterpretation aus einem neuartigen High-Tech-Material zu haben, das bisher nur Verwendung in der Automobilindustrie fand. In Zusammenarbeit mir Kegelmann Technik entstand dieser Stuhl aus der Verschmelzung von Carbonfasern, Kunststoff und Epoxidharz. Durch den Einsatz des neuartigen RTM-Verfahrens (Resin Transfer Moulding) ist es möglich, mit einer sehr dünnen Materialstärke zu arbeiten, die im Minimum nur 3 Millimeter beträgt, aber sehr belastbar ist. Durch dieses Produktionsverfahren erlangt der Thonet Stuhl S 774 Gemeinsamkeiten mit einer Luxuslimousine, technisch perfekt und optisch bestechend durch eine kurvenreiche Form mit hochglänzender Oberfläche, der so genannten Hinterglasoptik.

 

Die elliptische Form der Sitzschale des Vorgängers wurde nicht übernommen, leichte Kanten lassen den Thonet Stuhl S 774 zeitgemäßer erscheinen. Auch der Sitzkomfort der Re-Edition wurde verbessert. Die Sitzschale ist verbreitert worden und hat eine ergonomisch geformte Innenseite erhalten. Für den Nutzer bedeutet es, dass er seine Sitzposition in jede Richtung verändern kann. Die abgerundete Außenkante der Sitzschale passt ins Bild und erhöht den Sitzkomfort des Stuhls.

Die Verbindung der Sitzschale zum Untergestell aus Stahldraht ist unsichtbar. Das geometrische Vierbeingestell ist leicht gespreizt und erhält seine Stabilität durch über Kreuz angebrachte Querstreben. Die filigrane Struktur überlässt der Sitzschale die Dominanz in der Gesamtdarstellung, die ziemlich futuristisch anmutet.  Die Hohe Qualität des Stuhls, seine Entwicklung und Herstellung haben ihren Preis. Voraussichtlich wird er im Handel 3.451 Euro kosten. Dafür erhält der Kunde einen lebenslangen Lieblingsstuhl der Luxusklasse.

 

Der Thonet Stuhl S774 wird auf der imm Cologne vom 14. – 20. Januar 2013 auf dem neuen Format „Pur Editions“ einem internationalen Publikum vorgestellt werden und die Medienvertreter aus aller Welt anlocken.

Thonet Stuhl S 664

Der Thonet Stuhl S 664 wurde 1954 von Eddie Harlis entworfen und war seiner Zeit weit voraus. Ein Blick auf Kunststoffstühle von heute zeigt nicht selten Ähnlichkeit mit dem Klassiker aus Holz, der auch nach über 50 Jahren erfolgreich produziert wird. Der Designer und Innenarchitekt Eddie Harlis hatte sich schon als Schüler mit Holzkonstruktionen und deren Formgebung beschäftigt und eignete sich in seiner Ausbildung zum Schreiner das handwerkliche Können im Umgang mit Holz an. Nach einem Studium an der Werkkunstschule in Hildesheim arbeitete er als freier Innenarchitekt und Designer für namhafte Firmen und widmete sich der Entwicklung von Sitzschalen aus Formsperrholz. Für den Thonet Stuhl S 664 verformte er das Sperrholz so extrem, bis Sitzfläche und Armlehnen eine Einheit bildeten. Um dem Holz die Spannung zu nehmen, erhielt die Sitzschale im Rücken zwei Öffnungen, die auf den Betrachter wie Augen eines fremden Wesens erscheinen. Verstärkt wird diese Optik durch das filigrane Untergestell aus Stahldraht mit einer geometrischen Anordnung. Der Stuhl scheint zu schweben oder kurz vor dem Abheben zu stehen. Dieses futuristische Design sprach die Menschen in den 50er Jahren besonders an, es war ein Zeichen des Aufbruchs und des Wirtschaftswunders in Deutschland. Auch Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik und Mode wurden von dem Wunsch nach neuen Formen beeinflusst. Film und Fernsehen bedienten die Zuschauer mit Science Fiction und Raumfahrtprogrammen. Der Thonet Stuhl S 664 traf den Zeitgeschmack und wurde ein Renner. Bis heute hat er nichts an seiner Attraktivität verloren, nicht nur wegen seiner außergewöhnlichen Form sondern auch wegen der ergonomisch gestalteten Sitzschale, die hohen Sitzkomfort bietet und den Körper des Nutzers angenehm umschießt. Thonet fertigt den Designklassiker in vielen frischen Farben mit verschieden farbigen Untergestellen, so dass er in jedes Wohnambiente passt, als Einzelstück ebenso wie im Ensemble. Weltweit ist er in gehobenen Hotels, Cafés, Eingangsbereichen und Konferenzräumen zu finden, immer da wo Holz dem Kunststoff vorgezogen wird. Der Thonet Stuhl S 664 wird nun als Re-Edition unter dem Namen Thonet Stuhl S 774, bestehend aus einem High Tech Material, auf der imm Cologne vom 14. – 20. Januar 2013 vorgestellt.

Louis Ghost wird 10 Jahre alt

Warum soll der Geburtstag eines Stuhls nicht gefeiert werden, wenn in manchen Dörfern der Geburtstag eines Traktors zum Dorffest wird? Louis Ghost wird 10 Jahre alt und die PR-Maschine läuft schon seit einiger Zeit auf Hochtouren. Der Hersteller Kartell hat sich einiges einfallen lassen, um auch den letzten Kritiker von der Schönheit und Qualität des transparenten Stuhls zu überzeugen. Alle Kartell Flagship Stores haben im Herbst 2012 die gleiche Schaufensterdekoration unter dem Titel: „10th Anniversary Louis Ghost Around The World.“ Das italienische Magazin Case Da Abitare hat dazu namhafte Fotografen eingeladen, den Stuhl auf einer Reise durch die Welt zu begleiten. Diese Fotos sind so schön, dass sie den Betrachter berühren. Louis Ghost wird 10 Jahre alt und wird gebührend gefeiert. Anfang September ging es in Helsinki los,  dann weiter nach Poznan, Lugano,  Mailand, Antwerpen, Paris, Brüssel, Mexico City und Hamburg. Veranstaltungen rund um den geisterhaften Stuhl finden noch in Bogota, Kapstadt, Tel Aviv und Kopenhagen statt. Mit einem Fotowettbewerb ist jeder ist dazu aufgerufen, ein Foto von sich und Louis Ghost zu machen. Als Gewinn winkt ein Sondermodell des Stuhls, das ab Oktober exklusiv in den Kartell Flagship Stores erhältlich ist. In der Mitte der Rückenlehne befindet sich die Lasergravur der Unterschrift seines Schöpfers Philippe Starck, und am unteren Ende des Ovals steht der Hinweis auf die Sonderedition.

 

Louis Ghost wird 10 Jahre alt und hat sich bisher über 1,5 millionenmal verkauft. Längst ist er nicht mehr nur Sitzmöbel sondern Kultobjekt für Personen jeden Alters. Er findet sich in Privathaushalten, Restaurants, Bars, in der Staatsoper Prag, in der Universität Budapest und in vielen öffentlichen Gebäuden der Welt.

 

Philippe Starck hat den Geisterstuhl gerufen und wird ihn nicht mehr loswerden. Ein Glücksfall für den Designer und den Hersteller Kartell, der ihn mit Hilfe moderner Kommunikation weltweit bekannt gemacht hat.

Envelope Chair

Der Envelope Chair kann sich in die Reihe der Designklassiker einordnen, denn er wird schon seit 1966 erfolgreich produziert. Er ist ein Entwurf von Ward Bennet für den nordamerikanischen Möbelhersteller Geiger, der heute zur  Gruppe Herman Miller gehört. Der Amerikaner Ward Bennet war Autodidakt und auf allen Gebieten des Designs tätig, bis hin zur Architektur. Als sein Markenzeichen galten die Verbindung von traditionellen und modernen Elementen sowie eine Neigung zum Minimalismus. Mit dem Envelope Chair entwarf er ein zeitloses Sitzmöbel, das bis heute nichts an Attraktivität verloren hat und in jeden Raum integrierbar ist.

 

Der geschweißte Stahlrohrrahmen besteht aus geraden Beinen, die fließend in Armlehnen und Rückenlehne übergehen. Die Stuhlbeine sind mit vier Querstreben verbunden, rechts und links unten, darüber vorne und hinten. Sie sorgen für die Stabilität der Konstruktion und schaffen eine optische Gliederung des Gestells. Rückenlehne und Armlehnen ergeben sich durch eine Lederbespannung, die um den  Stahlrohrahmen herumführt und ihn verpackt wie einen Umschlag. Daraus leitet sich der Name des Stuhls ab. Der gepolsterte Sitz ist mit dem gleichen Material bezogen, wie die Umhüllung des Stuhls.

 

Der Envelope Chair  findet sich häufig in den Büros von Anwälten, Notaren, Architekten und Designern, die nicht auf Stahlrohrmöbel aus dem Bauhaus zurückgreifen möchten. Das mag am höheren Sitzkomfort jüngerer Stühle liegen, aber auch an den vielfältigen Möglichkeiten, diesen zeitlosen Stuhl zu gestalten. Das Stahlrohrgestell wird mit verschiedenem Finish angeboten und für den Bezug steht eine große Auswahl an Textilien und Leder bereit. Sein klassisches Aussehen erhält er jedoch mit hochglänzendem Rahmen und Lederbezug. So wird er als Einzelstück gerne im Privatbereich aufgestellt, wo er zum bequemen Rückzugsort in der Leseecke oder am Schreibtisch wird. Der Hersteller verwendet hochwertige Materialien, die erstklassig verarbeitet ein langlebiges Produkt garantieren. Sollte der Envelope Chair unerwartet beschädigt werden, ist eine Reparatur immer lohnenswert.

Caper Stuhl von Herman Miller

Der Caper Stuhl ist ein Produkt des amerikanischen Möbelherstellers Herman Miller, der in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts mit Ray und Charles Eames zusammen arbeitete. Heute schafft das Unternehmen innovative Lösungen für den Bereich Wohnen, Leben und Arbeiten. Dazu gehört der superleichte Caper Stuhl des Designers Jeff Weber, der sich vor jedem Entwurf die Frage stellt: „Wie kann ich etwas produzieren, das das Leben besser macht?“ Und das zeigt sich bei näherer Betrachtung dieses Kunststoffstuhls. Formal erfüllt er alle ergonomischen Anforderung an ein modernes Sitzmöbel, denn die flexible, geschwungene Rückenlehne und Sitzfläche verteilen das Gewicht des Nutzers intelligent und gewähren ein großes Maß an Bewegungsfreiheit. Mit vielen kleinen Löchern in Sitz- und Rückenfläche wird eine gute Luftzirkulation erzeugt, gleichzeitig minimieren sie den Materialeinsatz, was nicht nur ökonomische Vorteile für den Hersteller mit sich bringt, sondern dazu beiträgt, dass der Caper Stuhl nur 4 Kg wiegt. Den gleichen Effekt hat der Stuhl mit einer Sitzfläche aus atmungsaktivem FLEXNET. Das Gestell aus Stahl und Aluminium ist optisch ansprechend und ebenfalls leicht. Der Caper Stuhl lässt sich bis zu sechs Exemplaren gestapelt lagern. Beim Transport auf speziellen Wagen zur Bestuhlung von Konferenzräumen können sogar 15 Stück aufeinander gestapelt werden. Das macht diesen Stuhl ideal für den Einsatz im Büro,  öffentlichen Räumen und in der Gastronomie. Er ist bequem, robust und gut zu reinigen. Den Caper Stuhl gibt es in vielen frischen Farben und verschiedenen Modellen, die auf den individuellen Bedarf abgestimmt werden.

 

Das Unternehmen Herman Miller ist bekannt für seine hohen Umweltstandards, die auch für den Caper Stuhl gelten. Bei der Herstellung kommen 21 %  Recycelmaterial zum Einsatz, das Endprodukt ist zu 100 % recycelbar und durch die größtmögliche Reduzierung der Materialmenge sinkt der Energieaufwand für die Produktion. Damit erfüllt der Caper Stuhl die Voraussetzungen für das Cradle to Cradle Design-Protokoll von MBDC (McDonough Braungart Design Chemistry), besitzt das GREENGUARD-Zertifikat und ist zum Erhalt von LEED-Punkten berechtigt.

 

Palio Stuhl

Da der Stuhl nicht neu erfunden werden kann, sind Ähnlichkeiten mit bereits vorhandenen Modellen nicht zu vermeiden. So ist zu erklären, dass der erste Blick auf den Palio Stuhl an den berühmten Costes Stuhl von Philippe Starck aus dem Jahr 1984 erinnert. Der zweite Blick zeigt, dass Konstantin Grcic einen völlig neuen Stuhl entwickelt hat, der den gehobenen Ansprüchen der heutigen Zeit gerecht wird. Er soll seinen Platz in Cafés, Restaurants und Hotels finden und empfiehlt sich für die elegante Ausstattung von Besprechungszimmern und anderen Räumlichkeiten im Bürobereich. Im privaten Bereich bringt der Palio Stuhl Eleganz und Komfort an den Esstisch, von dem Gastgeber und Gäste überzeugt sein werden. Sein geometrischer Korpus wird von schlanken Beinen aus Aluminium, silber oder schwarz matt eloxiert, getragen und gibt dem Stuhl eine zeitlose moderne Form, an der sich niemand satt sehen wird. Er ist kompatibel mit jedem bereits vorhandenen Wohnumfeld oder bestimmt die Linie einer neuen Inneneinrichtung.

 

Der italienische Hersteller Plank fertigt den Palio Stuhl in den eleganten Farben natur und schwarz. Die gesamte Sitzschale besteht aus Kernleder und hängt in einem Stahlrohramen. Dieses strapazierfähige Leder wird bei der Produktion von Sätteln und Zaumzeug eingesetzt und übersteht eine ständige starke Beanspruchung. Aufgrund der Dicke des Leders verzichtet Konstantin Grcic auf die herkömmliche Stuhlpolsterung und verarbeitet stattdessen zwei Lagen Kernleder. Auf diesem Weg wird der gewünschte Sitzkomfort erreicht, bei dem sich das natürliche Material den Körperformen und Bewegungen anpasst. Um das hochwertige Leder beim Umsetzen des Stuhls zu schonen, ist am oberen Ende der Rückennaht ein Nylongurt angebracht, der an den Zip eines Reißverschlusses erinnert. Er lockert die Gesamtkonstruktion noch einmal optisch auf. Der Palio Stuhl ist 79 cm hoch, 53 cm tief und 54 cm breit, mit einer Sitzhöhe von 45 cm.

 

Seinen ersten erfolgreichen Auftritt hatte der Palio Stuhl auf der Internationalen Mailänder Möbelmesse 2012.

Louis Ghost Stuhl von Kartell

Wer glaubt, es ginge hier nur um einen Kunststoffstuhl, der liegt total verkehrt. Allein der Name Louis Ghost macht ihn spektakulär. Schon seit längerem umgeben uns geisterhafte Wesen aus Büchern und Filmen, warum dann nicht auch ein Stuhl. Der französische Stardesigner Philippe Starck,  der ohnehin für äußergewöhnliche Entwürfe auf vielen Gebieten des Designs bekannt ist,  hat das Geisterhafte gekonnt in einem Stuhlentwurf umgesetzt. Spätestens dann, wenn ein von ihm gestaltetes Produkt veröffentlicht wird, stellt sich der Erfolg für ihn und den Produzenten ein. Mit der Form des Louis Ghost Stuhls erinnert er an die barocken Möbel zur Zeit des Louis XV. Modernste Technik kommt bei der Herstellung des transparenten Sitzmöbels zum Einsatz, denn dieser Stuhl wird im Spritzgussverfahren nahtlos in einem Stück aus glasklarem Polycarbonat gegossen. Das italienische Unternehmen Kartell ist auf diese Technik spezialisiert und wird mit dem Louis Ghost seinem weltweit renommierten Ansehen auf dem Gebiet der Kunststoffmöbelproduktion gerecht. Der geisterhafte Stuhl entfaltet seine ganze Schönheit an einem hellen Platz, an dem die Sonnenstrahlen durch ihn hindurch dringen. Dann wird er seinem Namen voll und ganz gerecht. Deshalb ist er nicht nur im privaten Bereich gerne gesehen sondern auch als Dekorationsobjekt in Schaufenstern oder elegant ausgestatteten Geschäftsräumen. In der Praxis überzeugt er mit hohem Sitzkomfort und einer Stabilität die bei seinem grazilen Aussehen kaum erwartet wird. Sein wetterfestes Material ist kratz- bruch- und splitterfest, so dass er auch im Außenbereich genutzt werden kann.

Ob glasklar oder zart eingefärbt ist den Italienern ein Aushängeschild gelungen, das seinesgleichen sucht. Auf Wunsch der Kunden werden Motive in die Rückenlehne eingefügt, wie Barbie oder Blumenmotive. Aber auch in schwarz oder weiß, komplett durchgefärbt, ist der Stuhl durch seine Form geadelt und zeigt immer, wo seine Wurzeln herstammen. Als Thron in Kindergröße fertigt Kartell den Lou Lou Ghost in 8 verschiedenen Farben. Ein cleverer Schachzug des Herstellers um sich zukünftige Kunden zu sichern.

Vegetal Stuhl Vitra

Die Brüder Ronan & Erwan Bouroullec haben sich in der Designwelt etabliert und jeder Entwurf von ihnen erscheint hitverdächtig. Die Zusammenarbeit mit Vitra ermöglicht dem französischen Duo ihre Vorstellungen von Möbeldesign zu realisieren, die oft einen Bezug zur Natur zeigt und in der Biografie der beiden Designer begründet ist, die am Meer aufwuchsen. Der Vegetal Stuhl ist das Ergebnis einer vierjährigen Entwicklungsphase mit dem Ziel, eine organische Form aus Kunststoff zu gestalten und ihr ein naturnahes Aussehen zu geben, die stabil und komfortabel ist. Schon 2004 entstehen die „Algues“, verschieden farbige, auch  transparente Kunststoffteile, die beliebig oft miteinander verbunden werden können, bis hin zum Algenvorhang. Diese Idee ist Grundlage bei der Entwicklung für den Vegetal Stuhl, der ebenso aus einer Verästelung von Kunststoff zum Designobjekt wird. Es dauerte einige Zeit bis es möglich war, mittels Spritzgussverfahren den Entwurf so umzusetzen, das sich flache Verstrebungen auf drei Ebenen asymmetrisch zu einer Sitzschale mit einem unregelmäßigen Kreis verweben und verästeln. Die Stuhlbeine sollten optisch wie herausgewachsen aussehen, was letztendlich auch gelang. Sechs außergewöhnliche Farben, geben dem Vegetal Stuhl einen individuellen Charakter und heben seine besondere organische Struktur hervor. Schon der erste Blick auf den Stuhl vermittelt den Eindruck, in seinem Geäst gut aufgehoben zu sein. Und das war das Ziel der Designer, die herausfanden, dass schon im 19. Jahrhundert Bäume während ihres Wachstums so manipuliert wurden, dass sie eine Stuhlform annahmen, als Grundlage für einen bequemen Sitzplatz.

Umweltkritiker können bedenkenlos den Vegetal Stuhl erwerben, denn er wird in einem besonders energieeffizienten Verfahren aus durchgefärbtem Polyamid gefertigt, das zu 100% recyclebar ist. Bis zu drei Stühle lassen sich platzsparend stapeln und bei Bedarf schell in Position bringen. Zum Wegstellen ist der Vegetal Stuhl jedoch viel zu schade, denn er gleicht mehr einem Kunstwerk als einem Stuhl, ist also beides. Als komfortables Möbelstück ist er im Innen- und Außenbereich einsetzbar.

Hay Tube Chair

Der Hay Tube Chair ist ein sehr ökonomisches Produkt, denn er benötigt weniger Material als andere Stühle. Das Prinzip, Holzstäbe zu einem Sitzmöbel zusammenzusetzen hat Tradition, es in eine moderne Form zu bringen erfordert Kreativität. Das dänische Designertrio von KiBiSi zeigt, dass ein Holzstuhl nicht klobig und altbacken aussehen muss sondern farbig und modern sein kann. Waren Holzstühle lange Zeit aus Sperrholz geformt oder aus Massivholz gefertigt, so wird der Hay Tube Chair aus Holzstäben und Aluminiumhalterungen hergestellt, was ihn leicht erscheinen lässt aber trotzdem stabil macht. Gleichzeitig wird eine Materialeinsparung erzielt, die eine kostensparende Produktion erlaubt. Der Einsatz von Holz ist zukunftsorientiert, weil ökologisch sinnvoll und garantiert dem Kunden eine lange Lebensdauer. Holzstühle werden nicht entsorgt, wenn sie erste Gebrauchsspuren zeigen, die bekommen häufig nach Jahren durch ihre Patina einen eigenen Charakter. Sollten durch unglückliche Umstände Schäden auftreten, lässt sich ein qualitativ hochwertiger Holzstuhl fachmännisch reparieren. Somit ist der Hay Tube Chair ein Beitrag gegen die Wegwerfgesellschaft.

Entworfen wurde dieser Stuhl für die große Wohnanlage Project 8 House, in Örestaden, Copenhagen und erstmals auf der Stockholm Furniture Fair 2009 präsentiert. 2010 gelangte die endgültige Fassung des Entwurfs zur „Maison et Objet“ in Paris. Produziert wird der Stuhl von dem dänischen Möbelhersteller Hay in den Farben grau, weiß, schwarz und bordeaux rot oder in Eiche natur mit weißen Verbindungen. Der bestehende Kontrast zwischen Holz und dem in weiß pulverbeschichtetem Aluminium gibt dem Stuhl eine sommerliche Leichtigkeit. Als Garten- und Terrassenstuhl fällt er durch seine Form auf, die sich von den meisten Holzgartenstühlen angenehm abhebt. Ob als einfarbige Kollektion oder bunt gemischt passt der Hay Tube Chair an jeden Tisch. Die Designer haben bewiesen, dass Stuhlentwürfe nicht immer spektakulär sein müssen oder um jeden Preis Aufsehen erregen sollen. Hier ist ein zeitloser Stuhl entstanden, der viele Freunde finden wird.

Déjà-vu Stuhl