Maritime Stuhl von Casamania

Wie der Name es schon ausdrückt, hat der Maritime Stuhl eine enge Beziehung zur maritimen Welt. Der englische Designer Benjamin Hubert hat sich bei seinem Entwurf an der traditionellen Schiffsbautechnik orientiert und zuerst ein hölzernes Skelett gebaut, das anschließend eine Schale aus geformtem Schichtholz erhält. Dabei folgt die Maserung des Holzes der geschwungenen Oberfläche der Sitzschale und erzeugt eine Optik, die Ruhe und Gediegenheit ausstrahlt. Die sichtbaren Rippen der Grundkonstruktion schaden dem Gesamtbild des Stuhls nicht, sie sind ein charakteristisches Detail, das auf die alte Handwerkstradition des Schiffbaus hinweist. Der Maritime Stuhl verfügt über ein Untergestell mit stabilen leicht gespreizten Beinen die an Trockendocks für Holzboote erinnern. Der junge Designer Benjamin Hubert hat diesem Stuhl eine Form gegeben, die wie ein abgeschnittenes Schiff wirkt und trotzdem nichts vermissen lässt. Aufgelockert wird die Konstruktion durch eine Öffnung in der Rückseite, so dass der Körper nicht eingesperrt wird. Die leicht abwärts laufenden Armlehnen erlauben ein entspanntes Ablegen der Arme. Mit seinen großzügigen Maßen von 53 cm Breite, 52,5 cm Tiefe und 75,5 cm Höhe bietet er einen angenehmen Sitzkomfort. Der Hersteller Casamania fertigt den Maritime Stuhl in Eiche Natur, Blau und Grau.

Dieser elegante Stuhl wird die Freunde natürlicher Materialien erfreuen. Er beweist, dass die alte Technik des Verformens von Holz unter Dampfeinwirkung noch nicht verloren gegangen ist. Bis zum Beginn des Kunststoffzeitalters war dies die einzige Möglichkeit, Holz in eine beliebige Form zu bringen. Benjamin Hubert konzentriert sich jedoch nicht nur auf den Werkstoff Holz. Er zeigt ein vielseitiges Talent im Umgang mit Glas, Kork und Metall und formt daraus Leuchten, Garderobenständer und Sitzmöbel. Seine Philosophie lautet: „Einfachheit und Funktionalität in eine natürliche Umgebung bringen.“

Der Maritime Stuhl wurde für die British Design Awards Product of the Year 2011 nominiert, der Designer selbst für die Kategorie British Design Awards Designer of the Year 2011.

Ron Arad

Ron Arad gehört zu den großen Designern der heutigen Zeit. Er wurde 1951 in Tel Aviv geboren und wuchs in einem kreativen Elternhaus auf; der Vater Fotograf, die Mutter Malerin. Von 1971 bis 1973 studierte er an der Kunstakademie Jerusalem, ab 1973 an der Architectural Association School of Architecture in London, wo er 1979 seinen Abschluss machte. Nach einer Phase des Ausprobierens auf dem Gebiet Architektur und Möbeldesign,  eröffnete er 1981 mit Caroline Thormann in London ein Designbüro inklusive Workshops und Showroom unter dem Namen „One Off Ltd.“ und verschweißte Stahlblech zu Möbeln, die Skulpturcharakter annahmen. Das Studio wurde zum Experimentierfeld für Design, Kunst, Musik und zog vor allem junge Menschen magisch an. Hier entstanden der „Rover Chair“, der „Well Tempered Chair“ für die Vitra-Edition und der Sessel „Big Easy“ für Moroso.

1989  fand die Gründung der Firma „Ron Arad Associates Ltd.“ als Architektur- und Designstudio statt, in die 1993  „One Off Ltd.“ aufging. Mit der Verlegung der Produktion nach Como, Italien, wurde dort 1994 die das „ron arad Studio“ eröffnet. Von 1994 – 1997 war Ron Arad als Gastprofessor an der Technischen Hochschule in Wien tätig, und ist seit 1997 Professor für Industrie- und Möbeldesign am Royal College of Art in London.

Nicht nur seine spektakulären Sitzskulpturen  aus Stahl, Bronze, Holz, Aluminium und Plastik haben ihn weltberühmt gemacht, seine Bauwerke setzen den Betrachter in Erstaunen, weil sie in ihrer Form und Dimension unvorstellbar und doch real sind. Die Arbeiten von Ron Arad lassen keine klare Trennung zwischen Architektur, Kunst und Design erkennen, sie machen ihren Schöpfer zum Multitalent. Das wissen international agierende Firmen zu schätzen, indem sie sich mit seinen Entwürfen schmücken. So wundert es nicht, dass alle wichtigen Museen seine Werke ausstellen und er mit Preisen überschüttet wurde. Neben atemberaubenden Großprojekten findet Ron Arad Zeit, sich den kleinen Dingen des täglichen Lebens zu widmen, wie  dem Regal „Bookworm“ für Kartell.

Florinda Stuhl

Der Entwurf der schwedischen Designerin Monica Förster gehört zu den Neuheiten der Mailänder Möbelmesse. Wieder einmal zeigt sie einen praxistauglichen Gegenstand, nämlich den Florinda Stuhl. Dieses Möbelstück wird nicht neu erfunden, sondern gelungene Details formen einen modernen Stuhl, der die Langeweile aus öffentlichen Räumen, Kantinen und Besprechungszimmern vertreibt. Das Holzgestell aus massiver Buche ist aufgepeppt durch die farbige Rückenlehne und Sitzfläche aus Kunststoff. Sie wird zum Kompromiss für alle, die eigentlich nur Holz oder nur Kunststoff mögen und ist durch die Kombination der verschiedenen Materialien vielfältig einsetzbar. Die Entscheidung für neue Stühle bedeutet nicht zwangsläufig  die Anschaffung eines neuen Tisches, da der Florinda Stuhl überall seinen Platz findet ohne das Gesamtbild der Einrichtung zu stören. Die Form ist schnörkellos und geradlinig, so dass eine Leichtigkeit entsteht, die sich durch die frischen Farben potenziert. Monica Förster gibt dem Stuhl eine persönliche Note, indem sie die optische Trennung von Holzgestell und Kunststofflehne nach oben verlagert und die rückwärtigen Beine über die Sitzfläche hinaus verlängert. Das Modell mit Armlehnen zeigt ebenfalls eine Distanz zum klassischen Stuhldesign, denn sie sind verkürzt, schließen nicht mit der Sitzfläche ab. Was im ersten Moment kurios wirkt, erweist sich jedoch als sehr praktisch, denn häufig stören ausladenden Armlehnen, vor allem beim Wechsel zwischen Aufstehen und Sitzen. Der Florinda Stuhl ist stapelbar und somit ideal für Konferenzräume und Bildungseinrichtungen. Auch in Bistros und Restaurants wird er zukünftig zu finden sein. Zu Hause lassen sich mehrere Exemplare verstauen, die bei Bedarf schnell an den Bestimmungsort gebracht werden. Ein Essplatz mit verschieden farbigen Stühlen wirkt lebendig und lässt den Tag gut beginnen. Jeder kann sich seine Wunschfarbe aussuchen und hat damit einen Stammplatz gefunden. Das pflegeleichte Material macht dieses Sitzmöbel zum idealen Familienstuhl und im ganzen Haus einsetzbar.

Kati Meyer-Brühl

Die erfolgreiche Nachwuchsdesignerin Kati Meyer-Brühl, Jahrgang 1971, kann auf einen familiären Hintergrund zurückgreifen, der ihren beruflichen Werdegang deutlich prägt. Die Eltern sind mit einem Möbelunternehmen im Oberfränkischen Bad Steben ansässig, einem Ort nahe der damaligen innerdeutschen Grenze. Es gibt wenig Ablenkung im ländlichen Bereich und so entwickelt sich schon früh der Wunsch, hinaus in die Welt zu gehen und kreativ zu werden. Ihre Ausbildung führt sie zunächst zum Bauhaus nach Dessau, wo sie ihr Grundstudium in Kommunikations- und Produktdesign absolviert. Es folgt ein Studienjahr in Göteborg, Schweden, dann geht es weiter nach Kopenhagen an die Denmarks Design Skole. Nächste Station ist die Central Saint Martins University in London mit dem Abschluss  Master of Industrial Design. Der Umzug nach New York, führt an die Parsons School of Design und einem weiteren Master Titel, in Fine Arts Design and Technology. Da Reisen bildet, bringt Kati Meyer-Brühl 2004 nicht nur akademische Würden mit nach Hause sondern viele Eindrücke, die ihr persönliches Leben beeinflussen und in ihren Möbelentwürfen Beachtung finden, wie beispielsweise der Morning Dew Sessel. Das eigene Land von außen zu betrachten und festzustellen, dass manche Dinge ungezwungener und freier ablaufen, wirkt nachhaltig auf die Entwürfe der Designerin. Sie lehnt die strikte Trennung zwischen Kunst und Design ab und holt sich die Inspiration zu ihren Arbeiten durch genaues Beobachten der Menschen und ihrer Umwelt. Als Creative Director des Familienunternehmens Brühl hat die Tochter erheblichen Einfluss auf die Produktlinie, die vor allem ein junges Publikum anspricht. Möbel, die sich umbauen und ergänzen lassen und intensive modische Farben sind das Erfolgsrezept der Designerin. Hierfür erhält sie regelmäßig Preise, die sich sehen lassen können:

2 x red dot design award, iF Award, 3 x Good Design Award und auf der imm cologne den Interior Innovation Award 2011 für das Easy Pieces Sofa. Neben der Kreativität spielen Langlebigkeit und Ökologie eine große Rolle bei der Produktion der Möbel aus dem Hause Brühl, was sie noch sympathischer macht.

Jean-Pierre Audebert

Jean Pierre Audebert gehört zur Elite der französischen Innenarchitekten. Er ist Mitlglied der renommierten „Société des Artistes Décorateurs“, einer Vereinigung der allerbesten Designer und Innenarchitekten Frankreichs. Nach dem Studium an der Ecole Boulle wurde Audebert sehr schnell mit Innenausstattungen und Projekten für Finanzinstitute, Schulen und öffentliche Einrichtungen bekannt und geschätzt. Er war maßgeblich an der Gestaltung des Hochgeschwindigkeitszugs TGV beteiligt.

Für den Möbelhersteller JORI, einer der exklusivsten Ledermöbelhersteller der Welt,   spielt Jean-Pierre Audebert eine wichtige Rolle, denn er gehört seit vielen Jahren zu einem Designerteam, das dem Unternehmen sehr viel Erfolg beschert. In Zusammenarbeit mit Christophe Giraud und Koen Verhaert entstehen qualitativ hochwertige Sitzmöbel aus Leder, die modernes Design mit außerordentlichem Komfort vereinen. Neben klassischen Formen treten exklusiv gestaltete Objekte ins Rampenlicht, die mit ihrem luxuriösen Aussehen die Wohnwelt aufwerten. Jean-Pierre Audebert bevorzugt die Drehfunktion für Stühle und Sessel, damit gewährt er ein ununterbrochenes Entspannen und die beliebige Veränderung der Perspektive des Sitzenden. Auf der Möbelmesse IMM Cologne 2011 sind die neuen Kreationen des Designers vorgestellt worden. Dazu gehört der Pegasus Sessel, der durch seine konische Form sofort ins Auge fällt und extrem schön und sympathisch wirkt. Er öffnet sich wie ein Kelch einladend zum Platznehmen. Senkrechte Steppnähte verlaufen an den Außenwänden und strecken ihn optisch nach oben. Diese hohe Rückenkonstruktion ist das charakteristische Merkmal des Models JR-6990-XL, weitere unterschiedlich hohe Modelle mit einer interessanten Auswahl an Bezügen stehen zur Auswahl. Neue Sofamodelle zeigen die Kunst und Professionalität des Designers, denn raffinierte Details und technische Innovation steigern den bekannten Komfort der JORI Sofas. Dakota und Nerida bezeichnen Sofas und Sessel mit klaren Linien, beide zeitlos und elegant. Mit dem  Fernsehsessel Idaho und dem Relax Sessel Square rundet Audebert seine Vielfältigkeit ab und bestätigt, dass er zu den namhaften Designern des Möbelgeschäfts gehört.

Patricia Urquiola

Wahrscheinlich war sie schon eine fleißige Schülerin, sonst hätte Patricia Urquiola nicht diesen geraden und überaus erfolgreichen Weg als Designerin gehen können. 1961 im spanischen Oviedo geboren, studiert sie an der Faculdad de Arquitectura de Madrid Architektur, anschließend nimmt sie ein Studium am Polytechnikum in Mailand auf und promoviert unter dem berühmten Designer Achille Castiglioni. Für ihn und Bettinelli ist sie zwischen 1990 und 1992 an der Hochschule für Industriedesign in Paris als Assistentin tätig. Mit Vico Magistretti berät sie das Unternehmen De Padova, 1996 folgt die Leitung der Design Abteilung von Piero Lissoni. Mit dem „Studio Urquiola“ beginnt der Schritt in die Selbständigkeit nachdem sie sich mit der Inneneinrichtung von Restaurants und Showrooms einen Namen gemacht hat. Patricia Urquiola gilt als Wirbelwind auf dem Gebiet des Designs, weshalb sie die Italiener als „Hurricane“ bezeichnen. Immer arbeitet sie gleichzeitig an mehreren Projekten. Zu ihren Kunden zählen viele bekannte Firmen, unter anderem B&B Italia, Driade, Moroso und Hansgrohe. Sie schätzt die Experimentierfreudigkeit der Italiener, die ihr Raum lassen, für ihre Vorstellungen von Leuchten, Teppichen, Möbeln und Strickwaren. Obwohl viele ihrer Entwürfe rund und blumig sind, zeigt sie ihr Können auch bei geradlinigen Objekten. Sie hat ein Gespür für die Bedürfnisse im Badezimmer, was ihre Kollektion für den Bad- und Armaturenhersteller Hansgrohe zeigt. Der Mix von Neu und Alt, Bunt und Uni, Rund und Eckig ist das Markenzeichen von Frau Urquiola. Sie legt sich nicht auf eine bestimmte Stilrichtung fest sondern mischt ihre Ideen bis sie mit ihrem Ergebnis zufrieden ist. Der Kunde scheint es auch zu sein, denn Patricia Urquiola gehört zu den besten Designern weltweit. Einer ihrer größten Erfolge ist die Ausstattung des Luxus-Hotels „Mandarin Oriental in Barcelona. Katalonische Tradition trifft hier auf asiatische Stilelemente und europäische Moderne. In der Zukunft wird es noch viele Überraschungen von dieser kreativen Dame geben.

Frank Gehry

Mit 82 Jahren ist er immer noch in den Schlagzeilen der internationalen Presse. Mit dem Gehry-Tower setzt er sich nun erstmals in New York ein Denkmal. In Manhattan entsteht gerade das 265 Meter hohe Gebäude mit der unverkennbaren Handschrift des Frank Gehry. Die Außenfassade erinnert an frühere Entwürfe in Düsseldorf, Hannover und Prag, die nun im Vergleich mit dem neuen Bauwerk wie Miniaturen erscheinen. Durch Krümmen und Knicken der Fassade entsteht eine fließende Oberfläche. 1989 erhält der Architekt und Designer für seine dekonstruktivistische Architektur den Pritzker-Preis, der als Oscar der Architekten gilt.

Frank Owen Gehry wird 1929 in Toronto als Ephraim Goldberg geboren und ändert seinen Namen nach der ersten Eheschließung. Er studiert Architektur an der University of Southern California in Los Angeles und Stadtplanung an der Harvard University Graduate School of Design. Mit dem Architekturbüro Frank Gehry & Associates startet er 1962 in Los Angeles in die Selbständigkeit. Aus einer Spielerei mit Wellpappe entstehen neben der Architektur ernsthafte Möbel. Durch kreuzweise verleimte Pappschichten zu einem holzähnlichen Material entsteht ein stabiler Werkstoff,  aus dem die Serie „Easy Edges“ gefertigt wird, die Anfang der 70iger Jahre auf den Markt kommt.  Der berühmteste Vertreter ist der „Wiggle Side Chair“, der bis heute erfolgreich produziert wird. Frank Gehry konzentriert sich trotz des Erfolgs in der Möbelbranche auf die Architektur und ändert seinen konventionellen Stil in Richtung Dekonstruktivismus. Gebäude scheinen sich zu bewegen und schauen mit ihren vielen Fenstern hinaus auf die Passanten. Ungewöhnliche und unterschiedliche Materialien geben jedem Entwurf einen individuellen Charakter.

Besonders eindrucksvoll zeigt Sydney Pollack  in seinem Dokumentarfilm „Sketches of Frank Gehry“ die Entwicklung des Guggenheim-Museums in Bilbao, das eine ganze Stadt verändert und weltberühmt gemacht hat. 1989 wird in Deutschland, in Weil am Rhein, das Vitra Design Museum eingeweiht, heute eine Pilgerstätte für Freunde der Architektur und des Designs.

Frank Gehry ist als Dozent an der Yale University und der Havard University tätig. Er ist mehrfacher Ehrendoktor renommierter Universitäten. Seine Werke können über den ganzen Erdball verteilt bewundert werden.

Henry Dreyfuss

Henry Dreyfuss war 1904 in Brooklyn geboren und starb1972 in South Pasadena, Kalifornien.  Er absolvierte eine Ausbildung bei dem Theaterdesigner Norman Bel Geddes  und entwarf Kostüme und Bühnenbilder für verschiedene Theater in New York. 1924 gestalten die beiden gemeinsam das Bühnenbild für die erfolgreiche Broadway-Show “The Miracle”. Als Henry Dreyfuss 1929 seine eigene Firma für Theater- und Produktdesign eröffnete, wurden sie Konkurrenten.

Wie kaum ein anderer veränderte er in den 30iger und 40iger Jahren des letzten Jahrhunderts entscheidend die praktische Handhabung und das Erscheinungsbild unzähliger Konsumartikel. Er zählt zu den berühmtesten Designern, die Amerika hervorgebracht hat und gilt als Hauptvertreter des Streamline Designs. Stromlinienförmigkeit setzte sich bei Zügen, Bussen und Flugzeugen aus technischen Gründen durch und fand ihren Weg in die Form der Alltagsgegenstände.

Henry Dreyfuss ging es nicht nur um die Schönheit eines Produkts sondern um dessen praktische Anwendung im alltäglichen Gebrauch. Der Mensch in Verbindung mit der Form eines Produkts war der Ansatz seines Designs. Ergonomische Aspekte sollten bei seinen Entwürfen Berücksichtigung finden. Klarer Menschenverstand in Kombination mit wissenschaftlichem Vorgehen führte zum gewünschten Ergebnis. 1930 entwarf Dreyfuss für Bell Laboratories das Tischtelefon „Model 302“, das bis 1950 produziert wurde. Der Hoover Staubsauger Model 150 gestaltete er 1936. Ab 1937 entstanden für John Deere Traktoren- und Landmaschinenentwürfe. Für die New York Central Railroad wurde 1938 eine stromlinienförmige Lokomotive auf die Schienen gesetzt. In Zusammenarbeit mit der Firma  Lockheed nahm er an der Umrüstung von Militärmaschinen für die zivile Luftfahrt aktiv teil und gestaltete den Innenraum mehrerer Flugzeugtypen.
1955 veröffentlichte Henry Dreyfuss seine Autobiografie „Designing for People“. Ein Standardwerk der Ergonomie wurde sein Buch „The Measure of Man“. Er wurde der erste Präsident der IDSA (Industrial Designers Society of America).
1972 begingen Henry Dreyfuss und seine unheilbar kranke Ehefrau gemeinsam Selbstmord.

Sori Yanagi

Sori Yanagi wurde am 29. Juni1915 in Harajuku/Tokio geboren. Ab 1934 besuchte er die Tokyo School Of Art studierte dort an der Kunstakademie. 1940 graduierte er an der Tokyo Fine Arts School. Es folgten zwei Jahre Mitarbeit bei der bekannten Designerin Charlotte Perriand. Während des zweiten Weltkriegs widmete er sich Forschungsarbeiten und gründete 1952 das „Yanagi Industrial Design Institute“. 1955 übernahm er eine Professur an dem Kanazawa College of Art, wo er bis heute als Gastprofessor lehrt.

Mit unzähligen Entwürfen für Gebrauchsgegenstände gehört Sori Yanagi heute zu den weltweit besten Produktdesignern. Seine fernöstliche Herkunft lässt sich bei der Betrachtung seiner Objekte leicht erkennen und verbreitet rund um den Globus einen Hauch japanischen Lebensgefühls. In dem Butterfly Stool von 1954 ist ein Flügel ausbreitender Schmetterling zu erkennen, der gerade zum Flug abheben möchte. Gleichzeitig ist die Interpretation eines japanischen Schriftzeichens möglich. Die praktische Seite sagt, es ist ein Stuhl. Hier ist Sori Yanagi ein Meisterwerk gelungen, das zum Designklassiker wurde. Die Firma Vitra hat den Butterfly Stool in ihre Kollektion aufgenommen und bietet ihn in Ahorn natur und Palisander an.

Ebenfalls 1954 entstand der Elephant Stool, ein total praktisches Utensil für Balkon, Garten, Picknick. Dieser Hocker erinnert an den schweren Fuß eines Elefanten und hält auch sehr viel aus, da er aus Kunststoff hergestellt wurde; er ist leicht, wetterfest, stapelbar und leicht zu reinigen. Aber nicht nur Möbel gehören zum Repertoire des Designers sondern auch Porzellan, Küchenutensilien, Bestecke, Uhren, Autos, Motorräder, Leuchten und Spielzeug. Schon die erste Begegnung mit dem Wasserkessel von 1994 strahlt die Würde und Ruhe einer Teezeremonie aus. In Japan wird dieser hochwertig verarbeitete Kessel mehr als eine halbe Million Mal jedes Jahr verkauft.

Unter den Entwürfen von Sori Yanagi gibt es mittlerweile Kultobjekte. Nicht nur seine Produkte, er selbst ist auch außerordentlich beliebt. Es gibt eine Internetseite, auf der sich Fans eintragen und ihre tägliche Freude am Yanagi-Design veröffentlichen können.

Herzog & de Meuron

Jaques Herzog und Pierre de Meuron wurden beide 1950 in Basel geboren. 1975 erhielten sie ihr Architekturdiplom von der ETH Zürich, der renommierten Eidgenössischen Technischen Hochschule. 1978 gründeten sie in Basel das Architekturbüro Herzog & Meuron, das heute Niederlassungen in Hamburg, London, Madrid und New York hat. Für die großen, gleichzeitig laufenden Projekte stehen über 300 Mitarbeiter bereit. Eine umfangreiche Palette außergewöhnlich gestalteter Bauwerke führte Herzog & de Meuron an die Weltspitze heutiger Architekten. Wohnhäuser, Lagerhallen, Bibliotheken und Museen sind nur eine Auswahl ihres Spektrums. Die Allianz Arena in München sowie das Nationalstadion in Peking gehören zu den weltweit bekannten Entwürfen des letzten Jahrzehnts.

2007-2009 erbauten sie das VitraHaus, das auf dem Vitra Campus in Weil am Rhein die Home Collection der Firma Vitra beherbergt. Eine einzigartige Form macht dieses Gebäude selbst zum Exponat einer Ausstellung, Tag und Nacht geben ihm jeweils eine individuelle Ansicht. Das Stapeln von Räumen ist ein Markenzeichen von Herzog & Meuron und setzt sich bis ins kleinste Detail fort. Für Vitra entworfene Designmöbel tragen diese charakteristischen Merkmale, wie zum Beispiel der Hocker aus dem Jahre 2005.

Herzog & Meuron sind auch als Dozenten sehr gefragt. Seit 1994 haben sie eine Gastprofessur and der Harvard University sowie seit 1999 eine Professur an der ETH Zürich. Auf internationalen Ausstellungen sind ihre Entwürfe zu bewundern und geben einen Einblick in die Entwicklungsgeschichte erstklassiger Gebäude. Ihr Können wurde 2001 mit dem Pritzker-Architekturpreis gewürdigt sowie 2007 mit dem Praemium Imperiale. Wer sich einen Eindruck über den Werdegang eines Bauwerks verschaffen möchte, kann sich in Hamburg den Bau der Elbphilharmonie ansehen, die zum neuen Wahrzeichen der Stadt werden soll.

Neben dem Erfolg steht auch die Kritik, mit denen erfolgreiche Architekten konfrontiert werden. Der Bau des Nationalstadions in Peking führte zu Diskussionen, ob in einem Land wie China überhaupt gebaut werden soll. Andere Objekte stehen im Kreuzfeuer wegen explodierender Kosten. Herzog & Meuron werden damit leben können.