Thonet Stuhl S 664

Der Thonet Stuhl S 664 wurde 1954 von Eddie Harlis entworfen und war seiner Zeit weit voraus. Ein Blick auf Kunststoffstühle von heute zeigt nicht selten Ähnlichkeit mit dem Klassiker aus Holz, der auch nach über 50 Jahren erfolgreich produziert wird. Der Designer und Innenarchitekt Eddie Harlis hatte sich schon als Schüler mit Holzkonstruktionen und deren Formgebung beschäftigt und eignete sich in seiner Ausbildung zum Schreiner das handwerkliche Können im Umgang mit Holz an. Nach einem Studium an der Werkkunstschule in Hildesheim arbeitete er als freier Innenarchitekt und Designer für namhafte Firmen und widmete sich der Entwicklung von Sitzschalen aus Formsperrholz. Für den Thonet Stuhl S 664 verformte er das Sperrholz so extrem, bis Sitzfläche und Armlehnen eine Einheit bildeten. Um dem Holz die Spannung zu nehmen, erhielt die Sitzschale im Rücken zwei Öffnungen, die auf den Betrachter wie Augen eines fremden Wesens erscheinen. Verstärkt wird diese Optik durch das filigrane Untergestell aus Stahldraht mit einer geometrischen Anordnung. Der Stuhl scheint zu schweben oder kurz vor dem Abheben zu stehen. Dieses futuristische Design sprach die Menschen in den 50er Jahren besonders an, es war ein Zeichen des Aufbruchs und des Wirtschaftswunders in Deutschland. Auch Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik und Mode wurden von dem Wunsch nach neuen Formen beeinflusst. Film und Fernsehen bedienten die Zuschauer mit Science Fiction und Raumfahrtprogrammen. Der Thonet Stuhl S 664 traf den Zeitgeschmack und wurde ein Renner. Bis heute hat er nichts an seiner Attraktivität verloren, nicht nur wegen seiner außergewöhnlichen Form sondern auch wegen der ergonomisch gestalteten Sitzschale, die hohen Sitzkomfort bietet und den Körper des Nutzers angenehm umschießt. Thonet fertigt den Designklassiker in vielen frischen Farben mit verschieden farbigen Untergestellen, so dass er in jedes Wohnambiente passt, als Einzelstück ebenso wie im Ensemble. Weltweit ist er in gehobenen Hotels, Cafés, Eingangsbereichen und Konferenzräumen zu finden, immer da wo Holz dem Kunststoff vorgezogen wird. Der Thonet Stuhl S 664 wird nun als Re-Edition unter dem Namen Thonet Stuhl S 774, bestehend aus einem High Tech Material, auf der imm Cologne vom 14. – 20. Januar 2013 vorgestellt.

Thonet Stuhl 330

Das Berliner Studio für Industrial Design Läufer + Keichel hat den Thonet Stuhl 330entworfen und daraus das „Stuhlprogramm 330“ entwickelt. Im Oktober 2012 fand die Vorstellung auf der Orgatec in Köln statt, die nur für Fachbesucher geöffnet ist. Auf der imm Cologne vom 14. – 20. Januar 2012 können sich an den Publikumstagen auch Designinteressierte den Thonet Stuhl 330 ansehen und ihn ausprobieren. Julia Läufer und Marcus Keichel haben für den Bugholzspezialisten Thonet einen Holzstuhl gestaltet, der nicht rustikal sondern zeitlos elegant erscheint. Trotz seiner geradlinigen Silhouette wirkt er nicht streng, weil die organisch geformte Sitzfläche und Rückenlehne ein harmonisches Gesamtbild erzeugen. Ebenso wichtig wie die Optik ist der hohe Sitzkomfort des Stuhls, der unumstritten bequem ist. Die Designer legen bei allen ihren Entwürfen Wert auf den Einklang von Form und Funktionalität sowie auf die Nachhaltigkeit ihrer Produkte. Der Thonet Stuhl 330 wird aus massivem Buchenholz und Formsperrholz gefertigt. Er ist in Buche natur oder farbig gebeizt in 20 verschiedenen Holz- und Farbtönen erhältlich. Er kann in korallenrot wie ein Signal zum Mittelpunkt im Raum werden, in Frühlingsfarben gebeizt Frische ins Haus bringen oder elegant in weiß lasiert auftreten. Damit trifft der Hersteller den Geschmack der Kunden jeden Alters und macht den Stuhl überall einsetzbar. Den Thonet Stuhl 330 gibt es auch mit Armlehnen, was den Sitzkomfort noch einmal erhöht. Beide Modelle sind stapelbar und bieten sich für den privaten Haushalt ebenso an, wie für den Objektbereich. Die hochwertige Verarbeitung erstklassiger Hölzer gibt dem Produkt auch bei Dauereinsatz eine lange Lebensdauer, in der er nicht unmodern wird.

 

Läufer + Keichel beschreiben ihren Weg zum Thonet Stuhl 330 wie folgt: „Bei der Entwicklung des Stuhl- und Tischprogramms 330 für Thonet haben wir uns von der Atmosphäre in Künstlerateliers, Theaterbühnen und Literatencafés inspirieren lassen – von Orten, an denen ideelle Werte im Vordergrund stehen und wenige, dafür aber schöne und schlichte Dinge anzutreffen sind.“

Lavitta Chair von POIAT Architecture and Design Office

Unter all den Stühlen, die jedes Jahr auf den Markt kommen, gibt es immer Entwürfe, die auffallen. So ist es mit dem Lavitta Chair, der Teil einer Kollektion ist, zu der auch verschiedene Tische und Bänke gehören. Die Designer von POIAT Architecture and Design Office haben sich bei ihrem Entwurf von den traditionellen finnischen Gartenmöbeln inspirieren lassen und ihn zeitgemäß interpretiert. Der moderne Allzweckstuhl wird aus nur zwei Teilen montiert, Sitz mit Hinterbeinen und Rückenlehne mit Vorderbeinen. Hierfür wird Schichtholz in Form gebracht und anschließend gebeizt oder lackiert. Obwohl sich die Elemente wie bei manchen Klappstühlen kreuzen, ist der Lavitta Chair nicht klappbar und auch nicht stapelbar. Trotzdem lässt er sich bequem lagern, wenn er nicht gebraucht wird oder der Raumpflege im Weg ist, denn er wird, ähnlich wie Einkaufswagen, einfach zusammengeschoben.

 

Der Lavitta Chair ist in natur, blau und schwarz erhältlich, auf Wunsch in jeder beliebigen anderen Farbe. Die Oberfläche erhält einen seidigen Glanz, der den Stuhl von rustikalen Holzmodellen abhebt und ihn elegant erscheinen lässt. Die Designer haben bewusst die Verbindung der beiden Einzelteile mit Messsingknöpfen sichtbar gestaltet, um den Charakter des Stuhls zu erhalten. Aus dem Holzstuhl aus den Gärten Finnlands ist ein urbaner Stuhl geworden, der in jedes Haus passt. Er ist gut zu bewegen und sehr bequem, überall wo ein Stuhl gebraucht wird. Sein Auftreten ist typisch für Skandinavisches Design: hochwertiges Material in minimaler Form.

 

Hinter dem 2010 gegründeten POIAT Architecture and Design Office stehen Antti Rouhunkoski, Timo Mikkonen und Marco Rodriguez. Sie haben sich während ihres Studiums an der Hochschule für angewandte Kunst in Helsinki kennnengelernt,  die heute zur Aalto Universität gehört. Der Erfolg des jungen Teams begründet sich in ihrer konsequenten Linie, erstklassiges Material in eine zeitlose Form zu bringen, das eine lange Lebensdauer garantiert. Der Lavitta Chair wird gerade von den Medien entdeckt und hoch gelobt.

Jill Stuhl von Alfredo Häberli

Pünktlich zu Mailänder Möbelmesse 2011 wurde der Jill Stuhl der Öffentlichkeit vorgestellt, das Ergebnis der ersten Zusammenarbeit von Vitra und Alfredo Häberli. Als großer Bewunderer von Charles Eames und seiner unermüdlichen Forschung auf dem Gebiet der Schichtholzmöbel, befindet sich der schweizer Designer bei Vitra am richtigen Ort, um seine Vorstellung von einem modernen Stuhl aus Schichtholz zu realisieren. Häberli will nicht kopieren sondern die Möglichkeiten ausreizen, eine einteilige Sitzschale aus Holz zu fertigen, die seine Formensprache spricht. Mit modernster Technik, auf die Charles & Ray Eames noch nicht zurückgreifen konnten, wird der Jill Stuhl mit Hilfe eines patentierten Verfahrens hergestellt: Furniere werden wie ein Band gebogen, bis sie in der Sitzfläche mittig aneinander stoßen. Die Furnierdicke nimmt nach oben hin ab und es entsteht eine Öffnung im Übergang von Sitz und Rücken, die der Schale Flexibilität gibt und für einen hohen Sitzkomfort sorgt.

 

Bei der Gestaltung der Untergestelle findet sich eine Nähe zu Designklassikern, Häberli gibt ihnen jedoch ein zeitgemäßes Gesicht, indem er für das Stahlrohr-Vierbeinuntergestell verschiedene Materialien und moderne Farben ins Spiel bringt. In Kürze wird es den Jill Stuhl auch mit Massivholz-Untergestell und mit drehbarem Vierstern-Untergestell geben. Die Sitzschalen mit Furnieren in Eiche natur, Esche schwarz und Nussbaum lassen sich mit allen Untergestellen kombinieren und können mit gepolsterten Sitzbezügen in mehreren Farben ergänzt werden. Eine Auswahl an frischen Farben für die Kissen und die Befestigung mit Druckknöpfen an der Unterseite der Sitzfläche des Stuhls, sorgt für eine schnelle Veränderung nach Lust, Laune oder Bedarf. So kann der Jill Stuhl elegant klassisch aber auch bunt und modern aussehen.

 

Der Jill Stuhl sieht schon auf den ersten Blick bequem aus, was sich im Praxistest bestätigt. Ein Beweis, dass hoher Sitzkomfort nicht nur mit Kunststoffmöbeln zu erreichen ist, was Charles Eames schon immer wusste und sein Bewunderer Häberli mit seinem Entwurf beweist.