Eco Rocking Chair

Ist es ein Stuhl oder eine Maschine mit der Daniel Düsentrieb durch die Gegend geflogen ist? Der Eco Rocking Chair scheint aus einer anderen Welt zu kommen und wird die Besucher auf der bedeutenden englischen Messe 100% Design vom 19. – 22. September 2012 in London zum Nachdenken anregen. Schon die Form hebt sich von gängigen Sitzmöbeln ab, sie gleicht einem Einmann-Turbo-Schlitten mit hoher Lehne. Unter dieser Konstruktion befindet sich ein motorähnliches Gebilde, das sich als Mechanismus zur Stromerzeugung entpuppt. Wer auf dem Eco Rocking Chair schaukelt, erzeugt durch seine Bewegung Strom – genug um eine LED Leuchte zu betreiben oder ein iPod  aufzuladen.

 

Der tschechische Designer Petr Novague hat nach zwei Jahren intensiver Entwicklungsphase seinen Stuhl auf der Vienna Design Week 2011 vorgestellt und das Interesse der Medien und des Publikums auf sich gezogen. Schon 2009 wird der Eco Rocking Chair Finalist auf der Greed Gadgets Competition, bis zur Serienreife dauert es allerdings noch eine Weile. Ausgangspunkt für den Entwurf ist ein benutzerfreundlicher Stuhl, der ganz nebenbei Energie erzeugt. Der Prototyp kommt in der Öffentlichkeit an, nun kann die Firma Novague Design sich an die Arbeit machen, ihn zu produzieren. Das junge Unternehmen ist bekannt für die Fertigung qualitativ hochwertiger Produkte, die von der Planung bis zur Fertigstellung vom Designer begleitet werden. Alle Produkte sind funktionell, verbraucherfreundlich und ästhetisch ansprechend, egal ob es sich um Möbel, elektrische Geräte für den Haushalt oder Automobilkonzepte handelt.

 

Obwohl der Eco Rocking Chair sehr futuristisch aussieht, bietet er die Bequemlichkeit, die von einem Designerstuhl erwartet wird. Die ergonomische Form unterstützt die natürliche Sitzhaltung, wer rittlings auf ihm schaukeln möchte, stellt die Füße auf den Kufen ab. Die hohe Lehne fängt den Nutzer in jeder Haltung auf. In Zeiten von Bewegungsarmut erlaubt der Eco Rocking Chair, die eigene Energie abzubauen, wenn das Wetter es draußen nicht zulässt. Er ist aber auch Therapiemittel für Körper und Seele, da Schaukeln, wissenschaftlich belegt, den Menschen gut tut.

Zartan Stuhl von Philippe Starck

Der Zartan Stuhl von Philippe Starck ist ein Beispiel dafür, wie attraktiv nachhaltiges Design aussehen kann. Als der Prototyp 2011 auf der Internationalen Mailänder Möbelmesse vorgestellt wurde, fand er bei den Besuchern starkes Interesse, denn bisher war der Hersteller Magis hauptsächlich für die Produktion hochwertiger Kunststoffmöbel bekannt. Die Verarbeitung von Bambus, Hanf, Holz und Leinen ist der ökologische Beitrag des französischen Designers zum Umweltschutz und der Verantwortung für die zukünftige Generation. Die Zusammenarbeit von Philippe Starck und Eugeni Quitllet hat den Zartan Stuhl in einer Kollektion von fünf Stühlen hervorgebracht, jeder einzigartig in Material und Erscheinung. Während alle Stühle ein Metallgestell besitzen besteht die geschwungene Sitzschale bei jedem Modell aus einem natürlichen Rohstoff mit anderem Finish.

Das italienische Unternehmen Magis ist Spezialist in der Produktion von Sitzschalen aus einem Guss und überträgt dieses Know How auf die Fertigung der Öko-Stühle. Dabei wird Holzmehl, ein Reststoff aus der Holzproduktion, mit Fasern, Wachs und Fischöl gemischt, so dass ein „flüssigen Holz“ entsteht. Unter Hochdruck verhält sich dieses Material ähnlich wie flüssiger Kunststoff und lässt sich in jede gewünschte Form spritzen. Der Zartan Stuhl sieht deshalb nicht aus wie aus Abfallstoffen hergestellt, die Oberfläche der Sitzschale ist glatt, naturfarben oder farbig,  oder besteht aus geflochtenem Bambus. Das Gestell lässt die Handschrift von Philippe Starck erkennen, die Beine eine wenig stacksig, wie bei seiner berühmten Saftpresse. Die Sitzschale scheint sich auf dem Gestell auszuruhen. Magis fertigt den Stuhl in verschiedenen frischen Farben mit gleichen oder unterschiedlich farbigen Gestellen.

Insgesamt ist der Zartan Stuhl positiv zu bewerten, seine Form ist modern, sein Material und die Produktionsweise sind zukunftsweisend, außerdem ist er bequem. Wer sicher sein möchte, einen toxologisch einwandfreien Stuhl im Haus zu haben, der aus nachwachsenden und wieder verwerteten Rohstoffen stammt, liegt mit dem Zartan Stuhl richtig. Das Plastikzeitalter scheint sich zu verabschieden, Designer und Hersteller müssen neue Wege beschreiten, um zu bestehen.

Comback Stuhl von Patricia Urquiola

Stühle mit Stangenlehnen sind wieder angesagt. So hat sich auch Patricia Urquiola dieser klassischen Bauweise gewidmet und den guten alten Windsor Stuhl aus dem England des 18. Jahrhunderts neu interpretiert. Jeder kennt das Original aus Western und anderen amerikanischen Filmen, häufig als Schaukelstuhl aus Holz. Der Name Comback Stuhl ist treffend und macht deutlich, dass er einen Bezug zur Vergangenheit hat. Für Holzliebhaber ist es gewöhnungsbedürftig, die Neuauflage in Kunststoff zu sehen, aber spätestens nach der Sitzprobe sind alle Zweifel verschwunden. Der Italienische Kunststoffmöbelspezialist Kartell fertigt den modernen Stuhl aus thermoplastischem durchgefärbten Technopolymer, ein Material, das äußerst robust und widerstandsfähig ist. Die hochglänzende Oberfläche macht den Comback Stuhl zum Juwel am Esstisch und fällt auch als Einzelstück überall positiv auf. Dabei erzeugt jede Farbe ein anderes Wohnambiente, das von sportlich bis elegant reicht. Für einen intensiven farbigen Akzent um Raum stehen die Farben Rot, Blau, Gelb zu Auswahl, dezent klassisch treten die weißen, schwarzen und zementgrauen Modelle auf.

Sieben Stangen bilden die Rückenlehne des Stuhls und verlaufen bis zum Lendenbereich. Dann verbreitert sich die Lehne durch eine Kante aus Sechsecken, die im Halbkreis verläuft und der Stabilisierung der Konstruktion dient. Hier schließen sich elf weitere vertikale Stäbe an, die in der Sitzfläche münden. Mit modernster Technik wird der Comback Stuhl aus einem Guss gefertigt, so dass sich kein Einzelteil lösen kann. Der ergonomisch geformte Stuhl ist trotz seiner hohen Lehne stapelbar, was mit einem Holzstuhl dieses Formats nicht möglich wäre.

Die Designerin hat sich drei verschiedene Gestelle ausgedacht, die den persönlichen Ansprüchen der Nutzer gerecht werden. Der „Comback Drechstuhl“ steht auf vier Stützstangen mit drehbarem Mittelrohr, der „Comback Schlitten“ besitzt zwei dünne Kufen, der „Comback Holz“ verfügt über vier Buchenholzbeine, lasiert in Eichenfarbe oder lackiert. 2011 gewann der Comback Stuhl den Wallpaper Design Award.