Hay – Nobody Stuhl

Mittlerweile trägt jeder Bürger Freizeitbekleidung, die aus entsorgten Plastikflaschen hergestellt wird, sich aber auf einen Stuhl zu setzen, der komplett aus Recyclematerial besteht, ist neu. Der komplette Hay Nobody Stuhl ist ein Objekt aus formgepresstem PET-Filz, dessen Material aus wieder verwertbaren Plastikflaschen hergestellt wird. Modere Technik hilft dabei, den neu entstandenen Werkstoff in eine beliebige Form zu bringen, ein Verfahren, das die Automobilindustrie schon lange bei der Fertigung von Heckablagen und Kofferraumauskleidungen anwendet.

Mit dem Hay Nobody Stuhl ist ein Sitzmöbel aus einem Guss entstanden, das ohne Verbindungselemente, Schrauben, Dübel, Klebstoffe oder ein tragendes Gestell auskommt, und sich selbst trägt. Trotzdem ist dieser Stuhl leicht, da er vollständig aus textilem Gewebe gefertigt ist. Optisch entsteht der Eindruck einer übergeworfenen Decke, wer darunter ein Gestell sucht, findet „Nobody“ (No Body), nämlich nichts und Niemanden. So gaben die beiden Designer  von Komplot Design, Boris Berlin und Paoul Christiansen, ihrem textilen Stuhl einen treffenden Namen.

In einer Zeit, wo verstärkt auf Nachhaltigkeit geachtet wird, ist dieser erste industriell gefertigte Stuhl aus textilen Fasern ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz. Die Fangemeinde des Modernismus wird der Entwurf nicht begeistern, da sie Polstermöbel nicht besonders schätzen weil sie die Grundstruktur eines Möbelstücks verbergen. Die typischen Eigenschaften des Modernismus sind jedoch im Hay Nobody Stuhl vereint, nämlich Leichtigkeit, Einfachheit und die industrielle Massenfertigung. Er wird in sechs verschiedenen Farbtönen angeboten, die im Grau-Weißbereich liegen und lässt platzsparend stapeln.

Der Hersteller Hay hat sich zum Ziel gesetzt, das dänische Design der Fünfziger- und Sechsziger Jahre neu zu beleben ohne zu kopieren und es in einen modernen Kontext zu setzen. Das 2002 gegründete Unternehmen trat zum ersten Mal 2003 auf der Imm Cologne ins Rampenlicht und wurde für den Nobody Stuhl bereits mit dem Design Plus Award 2009 und dem Forum AID Award 2008 ausgezeichnet. Weitere tolle Stühle aus dem Hause Hay sind der Hay – About a Chair, Hay – Ru Chair und der Hay Tube Chair.

Casalino Stuhl

Der Casalino Stuhl ist ein Klassiker der Siebziger Jahre, der lange Zeit verschwunden war und vor ein paar Jahren wieder aus der Versenkung auftauchte. 1971 erhielt er auf der Hannover Messe die Auszeichnung „Die gute Industrieform“, aus der sich der heutige iF design award entwickelt hat. Viele Kunststoffstühle wurden damals durch den skandinavischen Holztrend verdrängt und gerieten in Vergessenheit. Nach Überwindung einiger Hürden fertigt das niederländische Unternehmen Casala Meubelen den Casalino Stuhl wieder wie früher, also nicht als Remake. Möglich wurde dies erst durch die aufwendige Suche nach der Original-Gussform, die sich schließlich in der Türkei wiederfand und vom Hersteller zurückgekauft werden konnte. Der Entwurf zu diesem Stuhl stammt aus der Feder des deutschen Designers Alexander Begge, der für die Firma Casala, Carl Sasse Langenau, in Niedersachsen arbeitete. Es war sein einziger Stuhlentwurf, und direkt ein Volltreffer. Obwohl ihm der Entwurf locker von der Hand ging und er viel Freude daran hatte, verlies er die Branche. Nach einem Studium in Keramikdesign spezialisierte er sich auf den Ofenbau. Casala stellte hauptsächlich Schulmobiliar her, was dem Casalino Stuhl anzusehen ist. In vielen Unterrichtsräumen, Kantinen oder Wartebereichen war dieses robuste Möbelstück vertreten. Hier wird er in Zukunft auch wieder zu finden sein, denn er besitzt alle Eigenschaften eines viel genutzten Sitzmöbels, er ist robust, abwaschbar, trittfest, kratzfest und überlebt Stürze und Würfe. Seine abgerundete Form verhindert unliebsame Verletzungen, er ist antistatisch und seine Farben bleichen nicht aus.

Der Casalino Stuhl ist bis zu vier Stück stapelbar, es gibt ihn mit Armlehnen, ohne Armlehnen, in Kindergröße und dazu einen Hocker. 2007 entwarfen Jonas Kressel und Ivo Schelle 2007 die passenden Tische. In den Farben Anthrazit, Weiß, Rot, Grün und Macchiato entspricht der dem modischen Zeitgeschmack und weckt nicht die Erinnerung an Flower Power Zeiten mit poppigen Farben. Wer gerne weich sitzt, kann passende Sitzkissen der Stoffserie xtreme Plus von Camira in verschieden Tönen erwerben.

Hay – Ru Chair

Die Körperhaltung und die langen Beine des Kängurus inspirierten den amerikanischen Designers Shane Schneck zum Entwurf des Hay – Ru Chair. Mit ein wenig Fantasie ist eine Ähnlichkeit zwischen Tier und Stuhl zu entdecken. Auf Einladung der Designerin Patricia Urquiola zur italienischen Möbelmesse Promosedia gestaltete Schneck diesen Stuhl, der Assoziationen zu Schulmöbeln weckt, aber erfrischender daherkommt als die harten Plätze, auf die nicht jeder gerne gesessen hat. Mit seinem modernen Erscheinungsbild wird sich der Hay – Ru Chair in Unterrichtsräumen, Kantinen, Konferenzsälen, und Wartebereichen einfinden, wo er den Ansprüchen eines viel genutzten Möbelstücks gerecht wird. Aber auch im privaten Bereich ist dieser robuste Stuhl integrierbar und bringt mit seiner Form Abwechslung in jeden Raum. Seine besondere Stabilität erhält er durch die kreuzweise Laminierung des Furniers die ihn zu einem Gebrauchsgegenstand macht, der Einiges aushalten kann. Der Fünf-Kilo-Stuhl kann bis zu acht Exemplaren  gestapelt werden und ist somit ideal für eine schnelle Bestuhlung großer Räume.  Familien und Gebäudemanagement werden den Stuhl schon deshalb schätzen, weil er umgedreht von der Tischplatte herabhängen kann und bei der Fußbodenreinigung nicht im Weg steht.

Shane Schneck ist mit seinem „Office for Design“ in Stockholm zu Hause und entwirft dort Möbel in der Tradition des skandinavischen Designs. Sein Ru – Chair wird in Dänemark von der Firma Hay produziert und passt gut zur Philosophie des 2002 gegründeten Unternehmens, das sich der Tradition des dänischen Designs der Fünfziger- und Sechsziger Jahre verschrieben hat; nicht als Remake sondern in einem modernen Kontext. Der Hay – Ru Chair bringt mit seinem zeitlosen Stil und verschiedenen Farben Eleganz oder Schwung in den Raum. Ein Stuhlkreis aus farblich unterschiedlichen Stühlen fördert die Aufmerksamkeit junger und alter Menschen, die sich dort versammeln.  Weiß, Schwarz oder Natur können die Stimmung im Raum in eine andere Richtung lenken. Immer sieht der Stuhl gut aus. Hay Design hat zudem noch viele weitere Designerstühle wie den Nobody Stuhl oder den About a Chair.

Hay – About a Chair

Der dänische Designer Hee Willing hat sich Gedanken über einen Stuhl gemacht, dabei herausgekommen ist eine Serie moderner Stühle die den treffenden Namen Hay – About a Chair trägt. Der Möbelhersteller Hay produziert diese Sitzmöbel, deren Design in die Unternehmensphilosophie passt, nämlich das dänische Design der Fünfziger- und Sechsziger Jahre neu zu beleben ohne zu kopieren und es in einen modernen Kontext zu setzen. Die Kollektion Hay – About a Chair ist in ihrer Form an Einfachheit kaum zu übertreffen, und gerade das eröffnet eine vielfältige Möglichkeit sie in jeden Raum zu integrieren. Der Stuhl Hay About a Chair AAC 20 ist mit einer Sitzschale aus Polypropylen ausgestattet, die seitlich so weit hochgezogen ist, dass die Arme abgelegt werden können. Getragen wird die Schale von einem drehbaren Vierbeingestell, das aus pulverbeschichtetem Aluminiumguss besteht und in weiß oder schwarz lieferbar ist. Auf Wunsch sind weitere farbige Modelle ohne Armlehnen, mit Holzgestell und gepolstert lieferbar, Varianten, die den Rahmen der Integration des Stuhls noch einmal erweitern und damit den Vorstellungen des Designers gerecht werden. Hay – About a Chair passt in jeden Raum: Kantinen, Esszimmer, Büros, Warteräume und Konferenzräume. Die Serie lässt sich problemlos mit bereits vorhandenen Möbeln kombinieren, kann aber auch gezielt platziert einen optischen Akzent im Raum setzen. Alle Modelle lassen sich beliebig miteinander aufstellen und wirken als Ensemble wie eine Familie, die ihren Zusammenhalt demonstriert.

Hay –  About a Chair ist das Ergebnis enger Zusammenarbeit zwischen dem Designer Hee Willing und dem Unternehmen Hay, die sich gemeinsam das Ziel gesetzt hatten, eine Stuhlkollektion zu produzieren die ermöglicht, Sitzschalen und Gestelle miteinander zu kombinieren ohne einen Kompromiss hinsichtlich der Perfektion einzugehen. Die Absicht des Designers war von Beginn an  Form, Funktion, Komfort, Detail und Ästhetik miteinander zu verbinden, was ihm bestens gelungen ist. Das Unternehmen Hay produizert zusätzlich zum About a Chair auch weitere tolle Designstühle wie z.B. den Nobody Stuhl.

Myto Stuhl

Die Inspiration zum Myto Stuhl lieferte kein geringerer als der erste Freischwinger den Mies van der Rohe 1927 entwarf, ein Mythos des Stuhldesigns. Erstmalig kam es dabei zur Zusammenarbeit zwischen Designer, Kunststoffproduzent und Möbelhersteller, um eine moderne Interpretation des Klassikers aus Kunststoff zu erschaffen. Konstantin Grcic, BASF und das italienische Unternehmen PLANK schafften es in einem Jahr, ihr Vorhaben zu realisieren.  Der fließfähige BASF Ultradur® High Speed Kunststoff ermöglichte diesen Stuhl aus einem Guss. Die tragende Rahmenkonstruktion mit netzartigem Rückenteil und Sitzfläche sorgt für das gewünschte angenehme Schwingen. Das Material ist lichtecht, kälte- und wärmeresistent von -90°C – +150°C sowie 100% recyclebar. Die Auszeichnung mit dem Öko Effizienssiegel bestätigt die Umweltfreundlichkeit des Werkstoffes. Der Myto Stuhl ist im Innen- und Außenbereich einsetzbar und rückt durch seine erstklassige geschwungene Form in den Mittelpunkt des Geschehens. Er passt in den Wohnbereich, zum Esstisch, in den Objektbereich sowie in den Bürobereich und zeigt sich elegant in schwarz oder weiß, erfrischt aber auch in den Farben verkehrsrot, reinorange, gelbgrün oder hellblau. Zum platzsparenden Lagern lassen sich acht Stühle aufeinander stapeln und bei Bedarf schnell hervorholen.

Auf der Möbelmesse in Mailand, im April 2008, wurde der Stuhl offiziell auf dem Markt eingeführt und im gleichen Jahr mit dem ICFF Editors Awards Multiple Production ausgezeichnet. 2009 folgten: Interior Innovation Award Cologne (best of the best), iF Product Design Award, Brit Insurance Design Award (Furniture), Australian International Design Award. Im Juli 2011 erhielt der Myto Stuhl den Compasso d´Oro, der nur alle drei Jahre verliehen wird und zu den begehrtesten Designpreisen weltweit zählt. Die Jury unterstrich besonders die Innovationsleistung im Umgang mit Kunststoff.

Der Myto Stuhl hat es schon in mehrere wichtige Museumskollektionen geschafft: Museum of Modern Art in New York, Art Institute of Chicago, Internationales Designmuseum München, Kunststoffmuseum Düsseldorf, Vitra Design Museum.

Compasso d´Oro Award

Der Italiener Gio Ponti initiierte 1954 den ADI Compasso d´Oro Award, in Deutsch Goldener Compass. Zu Beginn seiner Geschichte wurde der Wettbewerb von der Kaufhauskette La Rinascente ausgerichtet, um den Wert und die Qualität des italienischen Designs hervorzuheben. Ab 1964 übernahm der ADI (Associazione Per Il Disegno Industriale) die Organisation und gewährleistet nach wie vor die Unparteilichkeit und Integrität des Preises. Der Compasso d’Oro Award wird auf der Grundlage einer Vorauswahl durch ADI Permanent Observatory of Design vergeben. Die Expertenkommission besteht aus Designern,  Kritikern, Historikern, Fachjournalisten, zum Teil ADI-Mitglieder, aber auch externe Spezialisten. Eingereichte Produkte müssen entweder von italienischen Firmen hergestellt sein, auch wenn der Designer Ausländer ist, oder ein ausländisches  Produkt muss einen italienischen Designer aufweisen.

Am 22. April 2004 wurde die Historische Sammlung des Compasso d´Oro Award per Dekret durch des italienischen Ministeriums für Kulturerbe, Regionalbüro Lombardei, zum nationalen Erbe Italiens erklärt. Eine Ehre die bisher keiner Organisation des internationalen Designs zuteil wurde. Der Compasso d´Oro Award ist der älteste und einflussreichste internationale Designpreis für Produkte aus unterschiedlichen Industriebereichen. Viele berühmte Designer durften ihn entgegen nehmen, darunter Eero Aarnio, Franco Albini, Ron Arad, Mario Bellini, Achille Castiglioni, Antonio Citterio, Joe Colombo, Konstantin Grcic, Philippe Starck und viele mehr.

Am 12. Juli 2011 erhielt Alessi zweimal den begehrten Preis für das „Pasta Pot Set“ von Patrick Jouin sowie für die Geschirr Serie „Tonale“ von David Chipperfield. Zu den diesjährigen Preisträgern gehört auch der Holzstuhl „Frida“ von Pedrali, ein Entwurf des italienischen Designers Odoardo Fioravanti. Der von Konstantin Grcic entworfene Kunststoffstuhl „Myto“ wurde für die Innovationsleistung im Umgang mit Kunststoff ausgezeichnet. Auch der Fiat 500 erhielt die ehrenvolle Auszeichnung, die seinen bereits vorhandenen Kultstatus noch einmal unterstreicht.

Bis zum 25. September können alle preisgekrönten Produkte im Pelanda Museum in Rom bewundert werden.

Clover Stuhl

Wer sich den Clover Stuhl kauft, wird jeden Tag seine Freude daran haben. Er ist  auffallend anders und hebt sich von traditionell geformten Sitzmöbeln ab. Vielleicht ist es die persönliche Beziehung zum Kleeblatt, die Erinnerung an einen Irlandurlaub oder die Mystik der Vier Blätter, die zum Kaufentscheid führt. Egal wo dieser Stuhl aufgestellt wird, mutiert er zur Skulptur, die ohne Berührungsängste besetzt werden darf. Der Korpus besteht aus einem Block Polyethylen, der den Stuhl wetterfest und außentauglich macht. Sitz und Rückenlehne bilden ein vierblättriges Kleeblatt, das den Körper sacht aufnimmt. Wer wenig Zeit oder keine Lust zur Gartenpflege hat, muss deshalb nicht auf einen optisch gut gestalteten Außenbereich verzichten. Ein weißer Clover Stuhl oder ein Ensemble mehrerer Stühle auf dem Rasen bilden einen geschmackvollen Kontrast zum Einheitsgrün. Der Hersteller Driade bietet ihn auch in hellgrün und orange an, Farben, die in den Siebziger Jahren schon einmal modern waren und wieder sehr gefragt sind.

Ron Arad, der zu den gefragtesten Designern unserer Zeit gehört und schon früh eine Vorliebe für skulpturale Entwürfe entwickelt hat, ist ein Meister des organischen Designs, wie am Beispiel des Clover Stuhls zu sehen ist. Als Einzelstück oder in der Gruppe zieht dieser Stuhl die Blicke auf sich und sorgt für eine positive Resonanz in der Familie und bei Gästen. Er gibt die Inspiration, sich mit dem Außergewöhnlichen zu umgeben und neue Wege zu gehen. Vielen Menschen sind die Facetten des Designs nicht bekannt, weil sie nicht dort hin geführt werden und deshalb keinen Zugang zu Designermöbeln finden. Manchmal gehört ein wenig Mut dazu, ein ausgefallenes Möbelstück zu erwerben. Die Freude, es zu besitzen rechtfertigt des meist hohen Preis. Dafür erhält der Kunde ein langlebiges Produkt mit individueller Schönheit. Da das Kleeblatt immer noch als Glücksbringer gilt, sind glückliche Stunden im Clover Stuhl vorprogrammiert.