Henry Dreyfuss

Henry Dreyfuss war 1904 in Brooklyn geboren und starb1972 in South Pasadena, Kalifornien.  Er absolvierte eine Ausbildung bei dem Theaterdesigner Norman Bel Geddes  und entwarf Kostüme und Bühnenbilder für verschiedene Theater in New York. 1924 gestalten die beiden gemeinsam das Bühnenbild für die erfolgreiche Broadway-Show “The Miracle”. Als Henry Dreyfuss 1929 seine eigene Firma für Theater- und Produktdesign eröffnete, wurden sie Konkurrenten.

Wie kaum ein anderer veränderte er in den 30iger und 40iger Jahren des letzten Jahrhunderts entscheidend die praktische Handhabung und das Erscheinungsbild unzähliger Konsumartikel. Er zählt zu den berühmtesten Designern, die Amerika hervorgebracht hat und gilt als Hauptvertreter des Streamline Designs. Stromlinienförmigkeit setzte sich bei Zügen, Bussen und Flugzeugen aus technischen Gründen durch und fand ihren Weg in die Form der Alltagsgegenstände.

Henry Dreyfuss ging es nicht nur um die Schönheit eines Produkts sondern um dessen praktische Anwendung im alltäglichen Gebrauch. Der Mensch in Verbindung mit der Form eines Produkts war der Ansatz seines Designs. Ergonomische Aspekte sollten bei seinen Entwürfen Berücksichtigung finden. Klarer Menschenverstand in Kombination mit wissenschaftlichem Vorgehen führte zum gewünschten Ergebnis. 1930 entwarf Dreyfuss für Bell Laboratories das Tischtelefon „Model 302“, das bis 1950 produziert wurde. Der Hoover Staubsauger Model 150 gestaltete er 1936. Ab 1937 entstanden für John Deere Traktoren- und Landmaschinenentwürfe. Für die New York Central Railroad wurde 1938 eine stromlinienförmige Lokomotive auf die Schienen gesetzt. In Zusammenarbeit mit der Firma  Lockheed nahm er an der Umrüstung von Militärmaschinen für die zivile Luftfahrt aktiv teil und gestaltete den Innenraum mehrerer Flugzeugtypen.
1955 veröffentlichte Henry Dreyfuss seine Autobiografie „Designing for People“. Ein Standardwerk der Ergonomie wurde sein Buch „The Measure of Man“. Er wurde der erste Präsident der IDSA (Industrial Designers Society of America).
1972 begingen Henry Dreyfuss und seine unheilbar kranke Ehefrau gemeinsam Selbstmord.

Sori Yanagi

Sori Yanagi wurde am 29. Juni1915 in Harajuku/Tokio geboren. Ab 1934 besuchte er die Tokyo School Of Art studierte dort an der Kunstakademie. 1940 graduierte er an der Tokyo Fine Arts School. Es folgten zwei Jahre Mitarbeit bei der bekannten Designerin Charlotte Perriand. Während des zweiten Weltkriegs widmete er sich Forschungsarbeiten und gründete 1952 das „Yanagi Industrial Design Institute“. 1955 übernahm er eine Professur an dem Kanazawa College of Art, wo er bis heute als Gastprofessor lehrt.

Mit unzähligen Entwürfen für Gebrauchsgegenstände gehört Sori Yanagi heute zu den weltweit besten Produktdesignern. Seine fernöstliche Herkunft lässt sich bei der Betrachtung seiner Objekte leicht erkennen und verbreitet rund um den Globus einen Hauch japanischen Lebensgefühls. In dem Butterfly Stool von 1954 ist ein Flügel ausbreitender Schmetterling zu erkennen, der gerade zum Flug abheben möchte. Gleichzeitig ist die Interpretation eines japanischen Schriftzeichens möglich. Die praktische Seite sagt, es ist ein Stuhl. Hier ist Sori Yanagi ein Meisterwerk gelungen, das zum Designklassiker wurde. Die Firma Vitra hat den Butterfly Stool in ihre Kollektion aufgenommen und bietet ihn in Ahorn natur und Palisander an.

Ebenfalls 1954 entstand der Elephant Stool, ein total praktisches Utensil für Balkon, Garten, Picknick. Dieser Hocker erinnert an den schweren Fuß eines Elefanten und hält auch sehr viel aus, da er aus Kunststoff hergestellt wurde; er ist leicht, wetterfest, stapelbar und leicht zu reinigen. Aber nicht nur Möbel gehören zum Repertoire des Designers sondern auch Porzellan, Küchenutensilien, Bestecke, Uhren, Autos, Motorräder, Leuchten und Spielzeug. Schon die erste Begegnung mit dem Wasserkessel von 1994 strahlt die Würde und Ruhe einer Teezeremonie aus. In Japan wird dieser hochwertig verarbeitete Kessel mehr als eine halbe Million Mal jedes Jahr verkauft.

Unter den Entwürfen von Sori Yanagi gibt es mittlerweile Kultobjekte. Nicht nur seine Produkte, er selbst ist auch außerordentlich beliebt. Es gibt eine Internetseite, auf der sich Fans eintragen und ihre tägliche Freude am Yanagi-Design veröffentlichen können.