Sitzmöbel für den Garten

Jeder, der einen Garten hat, kennt die klassischen weißen Gartenmöbel aus Plastik. Man kann sie als praktisch bezeichnen, weil sie leicht zu stapeln sind, also wenig Platz benötigen. Die Preise kann man als relativ günstig bezeichnen. Doch sie werden mit der Zeit witterungsbedingt sehr unansehnlich.
Über die Jahre, und den steigenden Erwartungen und höheren Ansprüchen, die man an seinen Garten und die Gartenmöbel stellt, könnte man Spaß daran finden, seinen Garten in eine Urlaubslandschaft mit Rattan-Möbeln und der entsprechenden Gartenbeleuchtung zu verwandeln. Wenn man sich für Gartenmöbel aus Rattan entscheidet, muss man beachten, dass an diese Möbel andere Ansprüche gestellt werden, da sie sich für die Außenanlage eignen und Wind und Wetter trotzen müssen. Sie werden ganzjährig den verschiedensten Witterungen ausgesetzt. Das Material für Gartenmöbel ist Polyrattan. Dem ungeschulten Auge fällt der Unterschied zu Rattan kaum auf. Abschrecken könnte der höhere Preis, der allerdings kompensiert wird durch die lange Haltbarkeit.
Es ist wichtig, dass man sich Gartenmöbel anschafft, die lange halten. Aber man sollte darauf achten, dass das Holz nicht aus dem gefährdeten Regenwald kommt. Für Gartenmöbel sollte Rattan von einer Plantage kommen. Auch das gute Aussehen ist in der heutigen Zeit von großer Bedeutung. All diese Vorzüge bieten Gartenmöbel aus Rattan. Die Pflege von Gartenmöbel aus Rattan ist relativ einfach. Man kann sie einfach absaugen, oder Wasserflecken mit einem feuchten Tuch entfernen. Scharfe Putzmittel sollte man absolut vermeiden. Wer es mediterran liebt, ist mit Rattan-Gartenmöbeln auf der richtigen und sicheren Seite. Mit ein paar bequemen Kissen lassen sie an Gemütlichkeit nichts zu wünschen übrig. Jetzt fehlt nur noch ein lauer Sommerabend, ein Glas Wein und man fühlt sich wie im letzten Urlaub. Mit der richtigen Gartenbeleuchtung und einem schönen Teich lässt der Garten dann an Romantik keine Wünsche mehr offen.

Vitra for Kids

Die meisten Eltern sparen nicht beim Einkauf von Kinderschuhen, da ihnen die Gesundheit ihrer Kleinen wichtig ist. Aber auch das Sitzen auf einem ergonomisch gut gestalteten Stuhl ist wichtig für ein gesundes Wachstum. Deshalb bietet die Firma Vitra mit seiner Sparte Vitra for Kids Designerstühle für Kinder an, die allen Anforderungen kindgerechter Nutzung entsprechen. Außerdem macht es Spaß, wenn alle Familienmitglieder auf den gleichen Stühlen sitzen, jeder in der Größe, die er braucht. Qualitativ hochwertig gefertigte Kindermöbel überstehen die manchmal etwas grobe Handhabung im Kinderzimmer und sind leicht zu reinigen.

Häufig übertragen Eltern ihren Einrichtungsstil auf die Kinder. Verner Panton hatte dies schon vor 40 Jahren erkannt und seinen weltberühmten Panton Chair auch als Panton Junior gestaltet. Er sollte Sitzmöbel und Spielzeug zugleich sein. Leider ließ sich dieser Plan aus ökonomischen Gründen nicht realisieren und musste jahrzentelang in der Schublade verbleiben, bis Vitra ihn verwirklichte. Wie sein großer Bruder, besteht der Panton Junior aus durchgefärbtem Polypropylen. Sieben wunderschöne Farben stehen zur Auswahl, die dem Kinderzimmer ein buntes

i-Tüpfelchen aufsetzen. Kindergarten- und Grundschulkinder lieben diesen Stuhl.

Die Liebe zu Kindern und zu Elefanten haben Charles Eames und Ray Eames zu dem Entwurf des Eames Elephant inspiriert. 1945 fertigten sie einen Prototyp aus verformtem Schichtholz, der als Sitz, Spielzeug und Skulptur dienen sollte. Er wurde bei einer Ausstellung im Museum of Modern Art in New York vorgestellt. Leider ging er nie in Serie. Das einzig existierende Modell steht im Haus der Familie Eames. Vitra hat sich diesem Dickhäuter angenommen und produziert ihn serienmäßig aus Kunststoff. So ist er nicht nur im Kinderzimmer sondern auch draußen einsetzbar. Er ist robust, leicht zu reinigen und ein prima Spielkamerad. Jedes große und kleine Kind kann sich eine schöne Farbe aussuchen und ihn zum Liebhaben zu Hause platzieren.

Alberto Meda

Alberto Meda, 1945 in Tremezzina (Como) geboren, lebt und arbeitet heute in Mailand. Sein Maschinenbaustudium an der Politecnico of Milan schloss er 1969 mit dem Master ab. Von 1973 bis 1979 war er als Technischer Direktor bei der italienischen Möbelfirma Kartell angestellt und verantwortlich für die Entwicklung von Möbelprojekten und Laborgeräten aus Kunststoff. Als selbständiger Designer ließ er sich in Mailand nieder und arbeitete für diverse Unternehmen, wie Alessi, Ideal Standard, Luceplan, Philips, Olivetti, Vitra und viele mehr. Durch sein technisches Verständnis ging er seine Entwürfe nicht nur formal sondern auch konstruktiv an. Als technischer Designberater für den Kaffeemaschinen-Hersteller Brevetti Gaggia und für Alfa Romeo Auto war dies von Vorteil. Technisch optimal geplant war die 1986 mit Paolo Rizzatto entworfene Leuchte „Berenice“ für Luceplan. Für die Firma Alias entwarf Alberto Meda 1987 den Stuhl „LightLight“. Seine innere Wabenstruktur aus Nomex wurde mit epoxidharzgektränkten Karbonfasern umhüllt und gab ihm ein Gewicht von nur einem Kilogramm. 1989 wurde die Hängeleuchte „Titania“ vorgestellt, die gerne an Schaltern und Anmeldungen eingesetzt wird. 1996 schuf er für Vitra den „Meda Chair“, einen Bürosessel, der modernste Technik mit Komfort und Formschönheit vereint. Die optische Leichtigkeit seiner Designermöbel, die dennoch allen Ansprüchen der Nutzer gerecht werden, machen sie so attraktiv.

Alberto Meda ist auch als Dozent sehr gefragt. Von 1983 bis 1987 lehrte er Industrietechnik an der Domus Academy, und veranstaltete Seminare und Workshops in Japan. 1995 wurde er Dozent am Polytechnikum von Mailand mit einem Designlabor. Von 1995-1997 war er Mitglied im Vorstand des Designlabors in Bremerhaven. Seit 2003 ist er Dozent and der IUAV in Venedig und hält nach wie vor weltweit Vorträge.

Unzählige Preise und Ehrungen erhielt Alberto Meda für seine Entwürfe. Große Museen stellen ihn international aus. Möge er noch viele schöne Dinge schaffen.

Air Stuhl

Der Air Stuhl trägt seinen Namen zu Recht, da er mit einem flüchtigen Stoff hergestellt wird. Der Designer Jasper Morrison wählte Polypropylen als Material, verstärkte es durch Glasfaser und ließ diesen Stuhl in einem aufwendigen Gaseinspritzverfahren herstellen. Die Firma MAGIS brachte ihn im Jahr 2000 auf den Markt. Seit Jahrzehnten ist das Unternehmen bekannt für seine Designermöbel aus Kunststoff.  Junge, noch unbekannte Designer bekommen die Chance, durch dieses Unternehmen eigene Kreationen vorzustellen, berühmte Designer schätzen die Zusammenarbeit mit dem Möbelproduzenten ebenfalls.

Jasper Morrison ist bekannt für seine minimalistischen Entwürfe und bekennt sich zur „Neuen Einfachheit“. Mit dem Air Stuhl zeigt er ein schnörkelloses Sitzmöbel, das allen Ansprüchen des täglichen Lebens gerecht wird. Da er aus Kunststoff besteht, ist er in Innenräumen und Außenbereichen einsetzbar. Steht der Stuhl einmal im Regen, kann sich auf der Sitzfläche keine Pfütze bilden, da ein intelligent eingefügter Schlitz das Wasser ablaufen lässt. Bei der Verwendung als Gartenstuhl ist eine einfache Reinigung mit dem Wasserschlauch möglich. Mittlerweile finden wir ihn vor Bistros und in Gartenrestaurants, die optisch einen modernen Akzent setzen möchten.

Für die Möblierung von Innenräumen ist der Air Stuhl ideal. Überall, wo Kinderhände gerne ihre Spuren hinterlassen oder besondere Hygiene gewünscht wird, erleichtert er das Saubermachen durch sein pflegeleichtes Material. Er bringt frischen Wind an den Esstisch, wenn verschiedene Farben miteinander kombiniert werden oder passt sich mit einer bestimmten Farbe der vorhandenen Wohnwelt an. Durch seine robuste Verarbeitung bietet er die richtige Sitzgelegenheit für Wartezimmer oder Gruppenräume. Seit Arbeitgeber haben erkannt, dass nicht nur gutes Essen sondern auch eine hübsch eingerichtete Kantinen den Akku der Arbeitnehmer wieder aufladen, ist der Air Stuhl auch dort zu Hause.

Jasper Morrison ist ein praktisch denkender Mensch und zu Recht mit vielen internationalen Auszeichnungen für seine Entwürfe belohnt worden.

Philippe Starck

Philippe Starck wurde 1949 in Paris geboren und studierte dort an der privaten Ecole Nissim de Camondo. 1965 gewann er den Möbelwettbewerb „La Vilette“ und machte sich schon 1967 mit einer Firma für aufblasbare Häuser und Objekte selbständig. Die Freude, Objekte zu konstruieren hat er vielleicht von seinem Vater geerbt, der von Beruf Flugzeugkonstrukteur war. Zu Beginn der Siebzigerjahre holte ihn Pierre Cardin als Art Director in sein Imperium, was Philippe Starck schon nach zwei Jahren wieder verließ. Es folgten eigene erfolgreiche Projekte wie die komplette Inneneinrichtung zweier Nachtclubs.  Die Gründung seines Unternehmens „Starck Products“ war der Beginn seiner Karriere als Innenarchitekt und Produktdesigner. 1982 durfte er die Privaträume des Französischen Staatspräsidenten Francois Mitterand im Elysee-Palast neu gestalten, womit der Weg auf der Erfolgsleiter frei wurde.

Philippe Starck wurde zum Star Designer der Achtziger Jahre. Es gibt kaum ein Gebiet, für das er nicht Irgendetwas entworfen hat. Die Zitronenpresse „Juicy Salif“ von 1990 ist bis heute ein Designklassiker der Firma Alessi. Im Badezimmer finden wir Armaturen, die für Hansgrohe entworfen wurden, und wir können auf verschiedenen außergewöhnlichen Stuhlkreationen der Firma Kartell sitzen. Die Verbindung ungewöhnlicher Materialien miteinander überrascht immer wieder: Transparentes mit Blickdichtem, Plüsch mit Metall. Anschließend bringt er sein Objekt in eine Form die niemand erwartet und gibt ihm einen Namen, der auch schon mal aufstößt. Eine Klobürste namens „Excalibur“ erregte die Londoner Times.

Provokation ist Programm bei Philippe Starck. Er liebt die Selbstinszenierung und steht gerne in der Öffentlichkeit. Sein Name ist Reklame für seine Produkte und garantiert ein gutes Geschäft. Dass sich Erfolg auch ohne Medienrummel und Skandale einstellt, zeigt der zehn Jahre jüngere Designer Jasper Morrison. Er ist sehr zurückhaltend und gilt als Vertreter der „Neuen Einfachheit“. Auch Ron Arad gehört zu den besten Designern unserer Zeit und ist überaus erfolgreich ohne spektakuläre Selbstvermarktung.

Von Philippe Starck erwarten wir nicht nur gutes Design sondern ein wenig Theater und Spaß. Er scheint immer gut gelaunt und fröhlich und steckt uns damit an.

Wiggle Side Chair

Der Wiggle Side Chair gehört zur 17-teiligen Kollektion der Möbelserie „Easy Edges“, die Frank Gehry Anfang der Siebzigerjahre entwarf. Zu Beginn seiner beruflichen Weltkarriere gründete er 1962 sein eigenes Architekturbüro in Los Angeles. Schon als Kind besaß er die Leidenschaft, aus allen greifbaren Materialien Häuser zu bauen, als Erwachsener behielt er diese Tradition bei. Bis heute erstellt der Architekt Modelle aus Karton und verändert sie so lange, bis das Bauwerk die gewünschte Form annimmt.

Neben der Architektur beschäftigte Frank Gehry die Suche nach dem perfekten Stuhl. Zwischen 1969 und 1973 experimentierte er mit Wellpappe, die eigentlich als Verpackungsmaterial benutzt wurde. Durch das kreuzweise Verleimen mehrerer Pappschichten entstand ein holzähnliches Material, das auch optisch dem Holz glich. Es erhielt den Namen „Edge Board“. Als Block zusammengeklebt wurde die gewünschte Form heraus geschnitten. Akribisch plante er Möbelentwürfe aus diesem „Baustoff“. Seine Stühle sollten mit ihrer schönen Form überzeugen und ergonomischen Bedürfnissen gerecht werden. Wichtig war ihm auch, dass sie nicht teuer waren. Trotz der Verwendung einfachen Materials waren die „Easy Edges“ stabil und robust. Sie machten Frank Gehry als Möbeldesigner berühmt, was er eigentlich nicht sein wollte. Aus finanziellen Gründen legte er das Projekt Möbel auf Eis und gab der Architektur größere Priorität.

In neuem Kleid präsentiert sich heute der Wiggle Side Chair von 1972. Farbig überarbeitet stellt Vitra ihn als Designerstuhl her. Das verwendete Material ist  Wellkarton, die Wangen bestehen aus Hartfaserplatten. Mit seiner lebendigen Form gehört er in den Mittelpunkt des Geschehens, egal, ob er zum Sitzen oder als Raumskulptur zum Bewundern aufgestellt wird.

Softshell Chair

Der Softshell Chair ist eine Kreation der französischen Designer Ronan & Erwan Bouroullec. Nach einem Zusammentreffen mit Rolf Fehlbaum begann im Jahre 2000 mit Vitra die Entwicklung des Büromöbelsystems „Joyn. Diese Möbel werden bis heute immer wieder ergänzt oder verändert, um den aktuellen Bedürfnissen der Bürowelt gerecht zu werden. Während „Joyn“ ein komplexes System darstellt, macht der Softshell Chair auch als Solist einen guten Eindruck. Als Konferenz- oder Besucherstuhl hat er sich bewährt, da er außerordentlich guten Sitzkomfort mit Eleganz verbindet. Überall, wo langes Sitzen gefordert wird, macht sich dieser, aus einer Sitzschale bestehende Designerstuhl bezahlt. Die in der Rückenschale vertikal angeordneten Lamellen sind unter dem Bezug versteckt, sorgen für Bequemlichkeit und geben nach, wenn die Sitzposition verändert wird. In den weichen Polstern lässt es sich gut und gerne sitzen. Genügend Bewegungsfreiheit bietet Entspannung auch nach stundenlangem Sitzen. Die Brüder Bouroullec zeigen mit dem Softshell Chair die Verbindung von praktisch und schön. Die ansprechende Form lässt ihn auch im Privatbereich gut aussehen und wertet das Esszimmer oder die Gesprächsecke erheblich auf. Er wird als Vierbein-Stuhl, mit Viersternfuß oder mit einem Fünfsternfuß auf Rollen angeboten. So findet er am Schreibtisch im Büro oder zu Hause seinen Einsatz. Für alle Varianten steht eine große Auswahl an hübschen Farben und Farbkombinationen bereit. Besonders edel und elegant ist der mit Leder bezogene Softshell Chair, der gediegenen Räumlichkeiten zum gehobenen Ambiente verhilft. Deshalb wird er gerne in erstklassigen Hotels, Restaurants und Konferenzräumen eingesetzt. Seine wohnliche Ausstrahlung erhält er durch den Rundum-Bezug aus Stoff, Strick oder Leder. So haben die Designer ein Allround-Talent erschaffen.

Eames Elephant

Charles Eames und seine Ehefrau Ray Eames hatten bereits während des zweiten Weltkriegs für militärische Zwecke Experimente mit der Verformung von Schichtholz unter Dampfeinwirkung gemacht.  Mangels Material mussten private Projekte zu dieser Zeit hinten anstehen. Nach dem Krieg wurden die Möbelentwürfe wieder aufgenommen und 1945 der LCW, Lounch Chair Wood,  aus dreidimensional verformtem Schichtholz vorgestellt.

Diese neue Technik der Möbelherstellung inspirierte die Eames zu allerhand Spielereien. So entwarfen sie mehrer Skulpturen und Tiere, zu denen der Eames Elephant von 1945 gehört. Technisch sehr aufwendig hergestellt sollte er nicht nur als Kinderspielzeug und Sitzgelegenheit sondern auch als Raumskulptur dienen. Es kam jedoch damals nicht zur Serienproduktion. Die Erstauflage musste noch über 60 Jahre warten. Zum 100. Geburtstag von Charles Eames am 17. Juni 2007 legte die Firma Vitra eine limitierte Sonderedition des Eames Elephant auf. 1000 Stück wurden in Ahorn Natur und 1000 Stück in Ahorn Rot entsprechend dem Originalentwurf hergestellt. Jedes Exemplar wurde mit einem Aluminiumlabel mit fortlaufender Seriennummer versehen. Die Anniversary Edition war totz des hohen Preises ein Verkaufserfolg.

Heute wird der Eames Elephant in Serie hergestellt. Vitra führt ihn in seiner Sparte Vitra for Kids und erreicht somit die Kinder, für die er ursprünglich gedacht war. Von seinem Charme hat der Dickhäuter nichts verloren. Er ist robust und verträgt so manche unliebsame Behandlung. Seine Konstruktion erlaubt ein bequemes, sicheres Sitzen. Im Kinderzimmer oder im Garten zieht er sofort die Blicke auf sich, weil er mit seinen großen Ohren und den kleinen Augen so liebevoll aussieht. Da er aus Kunststoff besteht, verträgt er Regenschauer und lässt sich leicht sauber halten. Eine Auswahl von fünf Farben lässt jedes Kinderherz höher schlagen. Aber auch Erwachsene haben ihn so lieb, dass er als Skulptur ins Haus darf.

Chairless

Was bleibt übrig vom Stuhl, wenn er den Namen Chairless trägt? Alejandro Aravena hat die Antwort gefunden. Die im Grenzgebiet von Bolivien und Paraguay, in der Gran Chaco Region lebenden Nomaden der Ayoreo-Indianer zeigten ihm, wie eine Sitzhilfe mit minimalem Aufwand funktioniert. Sie setzen sich nieder und binden ein einfaches Stoffband um die angezogenen Beine und den Rücken. So bleiben die Arme frei zum Arbeiten oder Essen. Der Rücken und die Beinmuskulatur werden nicht überanstrengt. Diese Erfahrung war für den Designer eine Initialzündung.

Mit der Firma Vitra entwickelte er einen Designerstuhl, der eigentlich ein Sitzwerkzeug ist. Sie gaben ihm den Namen Chairless. 2010 kam das robuste Stoffband auf den Markt und wird in vier Varianten angeboten. Zielgruppe sind alle Menschen, die sich setzen möchten, wo Sitzgelegenheiten fehlen. Wir kennen dieses unruhige Sitzen, wenn auf der grünen Wiese eine Wanderpause eingelegt wird und ein entspanntes Essen nicht möglich ist, weil wir uns verhalten. Chairless lässt sich überall hin mitnehmen und ist ein praktischer Helfer. Beim Open Air Konzert bleiben die Hände frei für ein Getränk, am Strand ist erholsames Lesen möglich und auf dem Spielplatz können wir auf einem Niveau mit den kleinen Kindern sitzen und spielen. Verspätete Flüge und überfüllte Wartehallen lassen uns nicht verzweifeln, da uns Chairless in der kleinsten Ecke ein Sitzangebot macht, wo wir in Ruhe mit unserem Laptop arbeiten können. Bemerkenswert ist der Preis und für jeden aufzubringen.

Alejandro Aravena ist bekannt für sein soziales Engagement. So fließt ein Teil des Geldes, das durch den Verkauf von Chairless eingenommen wird, an die „Foundation for Paraguayan Indian Communities“, die direkt die Ayoreo-Indianer unterstützt.

Alvar Aalto

Der finnische Architekt und Designer Alvar Aalto lebte von 1898 bis 1976. Er hat nicht nur zwei Weltkriege erlebt sondern eine sich stark wandelnde Gesellschaft. Von 1916 bis 1921 studierte er Architektur an der Technischen Hochschule in Helsinki. Zwei Jahre später etablierte er sein eigenes Architekturbüro in Jyväskyla und arbeitete dort mit seiner Ehefrau, der Gestalterin Aino Marsio,  zusammen. 1928 lernte das Paar auf einer Reise durch mehrere europäische Länder Le Corbusier, Gropius und andere berühmte Architekten kennen. Diese Begegnungen und der Kontakt zum Bauhaus beeinflussten sein zukünftiges Werk. Alvar Aalto wurde einer der wichtigsten Vertreter der organischen Architektur und des organischen Designs. Die Natur, die Umgebung und vor allem Holz hatten bei seinen Entwürfen einen hohen Stellenwert.

Schon seit Mitte der 20iger Jahre experimentierte Alvar Aalto mit seiner Partnerin Holz und Schichtholz zu Möbeln zu verformen. Der Durchbruch gelang 1931 mit dem Sessel Paimio. Er gehörte zu dem von ihm designten Mobiliar des Tuberkulose-Sanatoriums im Paimio, das er auch entworfen hatte. Dieser ergonomisch gestaltete Sessel ermöglichte den Patienten ein entspanntes Sitzen und gilt als Revolution im Stuhldesign. 1933 folgt der ebenso erfolgreiche Stapelhocker „L-Leg“. Im gleichen Jahr kam es zum Umzug nach Helsinki wo die Aaltos mit Maire Gullichsen und Nils-Gustav Hahl die Möbelfirma ARTEK gründeten.

Für das Nobelrestaurant Savoy in Helsinki entwarf Alvar Aalto 1936 mit seinem Team die komplette Innenausstattung. Als die Firma iittala zu einem Designwettbewerb aufrief, um Gegenstände für die Ausstattung des finnischen Pavillons für die Weltausstellung in Paris 1937 auszuwählen, entwarf Alvar Aalto einen Klassiker des Designs, die geschwungene Aalto-Vase aus Glas. Hiermit schuf er einen Gegenpol zu gefühlsloser industrieller Massenproduktion. Die Firma iittala produziert bis heute überaus erfolgreich die Aalto-Vase. Iittala vereint in seinen Produkten Funktionalität, Emotionalität, Benutzerfreundlichkeit sowie Langlebigkeit und spricht sich ausdrücklich gegen eine Wegwerfgesellschaft aus. Die Aalto-Vase erfüllt diese Kriterien und hat die Zeit überdauert.

Alvar Aalto war einer der größten Architekten und Designer unserer Zeit. Weltweit entwarf er Krankenhäuser, Bibliotheken, Theater, Museen sowie Privathäuser. Seine Möbel- und Lampenkreationen werden immer noch von der Firma ARTEK  hergestellt unter Bewahrung seines Kreativen Erbes. Internationale Museen und Ehrungen würdigen sein Werk.

(Bildquelle: www.edelstall.at)