Ray Eames

(Bildquelle: http://www.eamesgallery.com)

Ray Berenice Kaiser Eames wurde am 15. Ezember 1912 in Sacramento geboren und starb am 21 August 1988. Sie besuchte die May Friend Bennet School in Millbrook, wurde zum Studium der Malerei in die Klasse von Hans Hofmann in New York vermittelt und nahm an der ersten Ausstellung abstrakter Künstler im Riverside Museum in New York teil. An der Cranbrook Academy of Art arbeitete sie mit Don Albinson und Harry Bertoia für Charles Eames und Eero Saarinen an den Vorbereitungen zum Wettbewerb „Organic Design in Home Furnishing“ des Museum of Modern Art in New York. 1941 heirateten die kreative Ray und der technisch versierte Charles. Ihre erfolgreiche Zusammenarbeit brachte Objekte hervor, die den Lebensstil der amerikanischen und europäischen Nachkriegszeit veränderten.

Während des 2. Weltkriegs entwarfen sie Tragen und Beinschienen aus verformtem Schichtholz für das Militär. Ihre Kenntnisse nutzten sie nach dem Krieg zum Möbelbau und stellten ihre Kreationen im Museum of Modern Art in New York aus. George Nelson, der Design Direktor des Möbelherstellers Herman Miller konnte das Ehepaar Eames für das Unternehmen gewinnen und produziert bis heute deren Entwürfe in Zeeland, Michigan.1948 entstand die Liege „La Chaise“ als Prototyp für eine Ausstellung. Erst in den 80iger Jahren nahm Vitra dieses Möbelstück in die Serienproduktion auf. Die wohl berühmteste Kreation  ist der Lounge Chair, der moderne Clubsessel. Aufwendig verarbeitet hat er einen stolzen Preis. Er zählt zu den Design Klassikern unter den Designerstühlen und bietet ein Leben lang höchsten Sitzkomfort.

Der meistverkaufte Eames Chair ist der Eames Plastic Side Chair. Er wurde für den „Low Cost Furniture Design Wettbewerb“ aus glasfiberverstärktem Polyester hergestellt. Seit 1957 produziert Vitra die Entwürfe für Europa.

In den 50iger Jahren widmeten sich die Eheleute Eames der Architektur, der Fotografie und dem Film. Ray Eames lebte von 1949 bis zu ihrem Tod im Eames House, Nähe Los Angeles. Wie in vielen berühmten Ehen stand sie im Hintergrund ihres Mannes, obwohl sie mit ihrer Kreativität erheblichen Einfluss auf den Erfolg ihrer gemeinsamen Arbeit hatte.

Charles Eames

Charles Eames hat die Architektur und das Design das 20igsten Jahrhunderts entscheidend geprägt. Er wurde 1907 in Saint Louis geboren, wo er 1978 starb. Nach dem Studium der Architektur an der Washington University fand er 1930 in Charles M. Gray einen Partner für sein eigenes Architekturbüro, fünf Jahre später eröffnete er ein zweites Büro mit Robert T. Walsh. Mit einem Stipendium gelangte er an die berühmte Cranbrook Academy of Art in Michigan, wo er später auch dozierte. Mit dem Sohn des Direktors der Academy verband ihn nicht nur enge Freundschaft sondern schöpferische Zusammenarbeit. 1940 stellten sie gemeinsam mehrere Möbelentwürfe auf dem Wettbewerb „Organic Design in Home Furnishing“  des Museum of Modern Art in New York aus, die mehrfach ausgezeichnet wurden, u.a. der „Organic Chair“.
1941 heirateten Charles Eames und die Malerin Ray Kaiser. Ihre Kreativität und seine technische Stärke bildeten eine perfekte Symbiose. Die Eheleute Eames experimentierten mit der Stuhlentwicklung und waren später in den Bereichen Architektur, Ausstellungskonzeption, Fotografie und Multimedia-Präsentationen aktiv.

1948 gewannen sie mit dem ersten ungepolsterten einteiligen Schalensitz aus Fiberglas einen Wettbewerb, der als „Eames Plastic Side Chair“ in die Geschichte einging und bis heute von der Firma Miller produziert wird.

Unzertrennbar verbunden mit den Namen Charles und Ray Eames ist der Lounge Chair. Inspiriert durch den traditionellen englischen Clubsessel, entwarfen sie eine moderne Variante mit perfektem Komfort und optischer Leichtigkeit. Wie bei einem Automobil der Spitzenklasse, wurden nur edelste Materialen verwendet; dunkles Furnier und schwarzes Leder. 1957 begann die Zusammenarbeit mit dem Möbelhersteller Vitra, der Vertriebslizenzen der Eames Möbel erwarb. In Abstimmung mit dem Eames Office  wird das Original heute mit leichten Veränderungen hergestellt, da das Längenwachstum der Menschen zugenommen hat und an Bequemlichkeit nichts verloren gehen soll. Wer sich entschließt, einen Designerstuhl dieses Niveaus zu erwerben, tätigt eine Investition fürs Leben. Der stolze Preis macht sich durch die Langlebigkeit des Produkts bezahlt und erfreut noch die nächste Generation.

Charles Eames begegnet uns mit seinen Entwürfen im Alltag, auf Ausstellungen, in Filmen und im Fernsehen. Viele Menschen wissen es leider nicht

Tulip Chair

1957 gestaltete der in Finnland geborene Architekt und Designer Eero Saarinen den Tulip Chair. Sein familiärer Hintergrund ließ eigentlich nichts anderes erwarten, als kreativ tätig zu werden. Sein Vater, ein berühmter Architekt und Direktor der Cranbrook Akademie of Art und seine Mutter, eine Textilkünstlerin, lebten ihm die Liebe zum Design vor und konnten Kontakte zu berühmten Menschen herstellen. Nach einem Studium der Bildhauerei in Paris sowie einem Architekturstudium an der Yale University wurde er mit seinem Freund Charles Eames 1940 bei einem Wettbewerb des Museum of Modern Art in New York für mehrere Möbelentwürfe ausgezeichnet, unter anderem für den Organic Chair. Mangels fehlender Produktionstechniken ging dieser Stuhl nie in Serie. Als in den 50iger Jahren Kunststoff beliebig formbar wurde, schlug die Stunde der Designer. Visionen konnten jetzt umgesetzt werden, wie der Tulip Chair.

Florence Knoll, die an der Cranbrook  Academy of Art Architektur studiert hatte, konnte Eero Saarinen für das Unternehmen Knoll International gewinnen. 1957 entwarf er den Tulip Chair, der sofort seine Liebhaber fand. Ein Stuhl, der nicht auf vier Beinen stand sondern auf einem einzigen Säulenfuß, auf einer Standplatte angebracht, war für viele Menschen einfach kein Stuhl, für andere die absolute Innovation im Sitzmöbelbereich. Der darauf befestigte Schalensitz  ging in einem Stück in die Lehne über. Diese Konstruktion erinnerte mit einer gewissen Vorstellungskraft an eine Tulpe; der Säulenfuß als Stengel und der Sitz mit Lehne als geschwungenes Blütenblatt. Verstärkt wurde dieser optische Eindruck durch die Polsterung der Sitzschale. Der Entwurf fand internationale Anerkennung und wurde u.a. vom Museum of Modern Art in New York ausgezeichnet.

Knoll International bietet den Tulip Chair heute in verschiedenen Variationen an: mit gepolstertem Sitzkissen oder vollgepolsterter Innenschale mit Sitzkissen. Die Schale ist aus glasfaserverstärktem Kunststoff, für die Polsterung steht eine Auswahl an Stoffen bereit. Unter dem Säulenfuß befinden sich die Signatur des Schöpfers sowie das Firmenlogo des Herstellers.

Bird Chair

(Bildquelle: http://www.markanto.de)

Harry Bertoia hatte das Metallhandwerk von Grund auf gelernt, war Dozent, Bildhauer, Designer und Künstler. Während der Zusammenarbeit mit Charles Eames in den 40iger Jahren wurden die Möbelhersteller Florence und Hans Knoll auf ihn aufmerksam und motivierten ihn mit finanzieller Unterstützung zu eigenen Möbelentwürfen. Nach vielen Experimenten gelang es ihm,  industriellen Walzdraht zu einer Sitzschale zu formen und Drahtgitterstühle daraus zu fertigen. Er entwarf 1952 eine ganze Kollektion dieser außergewöhnlichen Sitzmöbel, unter anderem den Bird Chair. Im Gegensatz zum Diamond Chair gab Bertoia diesem Stuhl eine Hochlehne, die ein komfortables Zurücklehnen und Entspannen ermöglichte. Das Drahtgitter wurde in eine geschwungene Form gebracht worden und vermittelte eine unglaubliche Leichtigkeit. Die Füße aus einem grazilen Rahmen ließen den Stuhl wie einen Vogel erscheinen. Somit war hier nicht einfach ein Sitz entstanden, sondern eine Skulptur, die den Blick auf sich zog und den Raum bereicherte. Knoll International hatte mit der Produktion dieser völlig neuen Möbelkreationen einen Riesenerfolg und bescherte dem Designer wirtschaftliche Unabhängikeit.

Bis heute stellt das Unternehmen den Bird Chair her. Er ist wie der dazu gehörende Hocker voll gepolstert und in vielen verschieden Stoffen und Farben erhältlich. Das Firmenlogo ist in seinem hochglänzend verchromten Stahlgestell eingeprägt, um Fälschungen entgegenzuwirken.

An der Attraktivität dieses Designerstuhls ging bis heute nichts verloren. Wer sich in ihm niederlässt und die Augen schließt, hat das Gefühl, mit den Schwingen eines Vogels davon getragen zu werden.

La Chaise

(Bildquelle: www.vitraonline.net)

1948 wurde der Stuhl La Chaise auf der Ausstellung „Low Cost Furniture“ im Museum of Modern Art von Charles und Ray Eames vorgestellt. Inspiriert wurden sie bei ihrem Entwurf von der Skulptur „Liegender Akt“, die Gaston Lachaise 1927 erschaffen hatte. Der Stuhl erregte sehr viel Aufmerksamkeit, galt aber als zu speziell in seinem Nutzen und die Herstellungskosten wurden als zu hoch angesehen. Anerkannt wurde jedoch die besondere Form des Sitzmöbels. Mit einer Länge von Ein Meter Fünfzig und einer Höhe von 87 Zentimetern, auf einem Metallgestell ruhend glich der Entwurf einer Skulptur. Die Sitzschale war aus Glasfaser und Kunstharz gefertigt. Das Ehepaar Eames hatte schon viele Jahre mit dem Umformen von Schichtholz experimentiert und Möbelentwürfe geschaffen, die nun mittels neuer Kunststoffe umgesetzt werden konnten. La Chaise zeigte die Vorzüge einer Sitzschale aus einem Stück, hoher Sitzkomfort mit vielfältigen Sitz- und Liegepositionen verbunden mit einem außerordentlichen Design.

Seit 1991 produziert die Firma Vitra den Eames Chair La Chaise. Moderne Techniken und Werkstoffe ermöglichen eine umweltfreundliche Herstellung, die 1948 nicht möglich war. Der Stuhl besteht aus einer weiß lackierten Fiberglasschale und sitzt auf einem verchromten Untergestell. Das Fußkreuz ist aus Eiche natur.

Der La Chaise ist  im Museum of Modern Art in New York zu bewundern und hat sich zur Ikone des Organic Designs entwickelt.

Butterfly Chair

Die Leichtigkeit eines Schmetterlings übertragen auf einen Stuhl, das ist der Butterfly Chair der  Architekten Bonet, Kurchan und Ferrari-Hardoy. 1938 entwarfen sie gemeinsam diesen zerlegbaren Sessel für die Studioräume ihres Büros. Vorbild war ihnen der „Tripolina“, ein Faltstuhl aus dem 19. Jahrhundert, der beim Militär zum Einsatz kam. Statt Leder wurde gespanntes Tuch über eine Stahlrohrkonstruktion das Markenzeichen des Butterfly Chair. Nach den Initialen seiner Schöpfer benannt erlangte er auch als B.K.F-Chair Weltruhm. 1940 erhielt Jorge Ferrari-Hardoy den argentinischen Designerpreis für diesen Stuhl, da er als der eigentliche Gestalter gilt. Im Museum of Modern Art in New York ist er seitdem in der Dauerausstellung zu bewundern.

Florence und Hans Knoll nahmen das Modell 1946  in ihre Kollektion auf, und produzierten ihn in unglaublich erfolgreich. Besonders angesagt war der Butterfly Chair von Beginn an bei jungen Leuten, die sich im Geschmack von ihren Eltern abgrenzen wollten. Schwere Möbel und staubiges Ambiente waren nicht mehr gefragt, Leichtigkeit und Mobilität standen bei der Wohnraumgestaltung im Vordergrund.

Junge Menschen liebten die Leichtigkeit dieses Designerstuhls, verabschiedeten sich von üppigen Polstermöbeln und grenzten sich vom Geschmack der Eltern ab. Ein Möbelstück mit außergewöhnlichem Design und trotzdem erschwinglich für jedermann hatte es noch nicht gegeben.  Der Butterfly Chair wurde ein Renner und leider millionenfach kopiert. Knoll International verlor einen Urheberstreit und sah sich gezwungen, den Stuhl 1951 vom Markt zu nehmen.

Nach längerer Pause wird er heute wieder hergestellt und ist wie damals ein Kultobjekt für Menschen mit Freude am Design. Den Original Butterfly Chair führen gute Designer Kaufhäuser, die garantieren, dass es sich beim Kauf nicht um eine Fälschung handelt. Die Investition in diesen Stuhl lohnt sich, seine Qualität verspricht eine lange Lebensdauer und er wird auch in Zukunft der Mittelpunkt des Wohnraums sein.

Barcelona Sessel

Ein Sessel für einen König! Ludwig Mies van der Rohe (1886-1969) entwarf den Barcelona Sessel für den Deutschen Pavillon der Weltausstellung 1929 in Barcelona. Auf ihm sollte das spanische Königspaar bei der Eröffnung des Gebäudes Platz nehmen. Zu den beiden Sesseln gehörten passende Hocker sowie ein Glastisch.

Als einer der bedeutendsten Architekten der Moderne sagte Mies van der Rohe einmal:“ Der Sessel ist ein schwieriges Objekt. Wer jemals versucht hat, einen Sessel zu entwerfen, weiß, wovon ich spreche. Es gibt endlose Möglichkeiten und viele Probleme. Es ist fast noch einfacher, einen Wolkenkratzer zu entwerfen als einen Sessel“ Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Der Barcelona Sessel wurde zum Design Klassiker und wird heute noch in Handarbeit von Knoll International hergestellt.

Die Karriere Mies van der Rohe begann im Steinmetz-Betrieb seines Vaters, führte zu einer Ausbildung beim Möbeldesigner Bruno Paul in Berlin und zur Begegnung mit dem Architekten Peter Behrens und der „modernen Bewegung“. 1912 machte er sich selbständig, wurde Mitglied des Deutschen Werkbundes und Direktor ab Bauhaus. Konstruktive Logik und räumliche Freiheit in klassischer Form zeigte er in seiner Architektur ebenso wie in seinen Arbeiten als Designer. Seine Vorliebe für Tragstrukturen aus Stahl übertrug er auf den Barcelona Sessel. Anfangs wurde das leicht geschwungene Gestell aus verchromtem, handgeschweißten Stahlband gefertigt, später aus verchromtem Edelstahl. Die Bezüge sind aus Leder, charakteristisch ist die Knopfpolsterung.

Wie alle erfolgreichen Produkte wurde auch der Barcelona Sessel millionenfach kopiert. Er steht in Arztpraxen, Anwaltsbüros und Eingangsbereichen von Firmen und Hotels; leider oft als Nachbildung. Mies van der Rohe integrierte sein Original in viele seiner Bauwerke. Er war ein überaus erfolgreicher Architekt und Designer, dessen Arbeiten wir täglich begegnen.

Wassily-Stuhl B3

Der überaus talentierte Marcel Breuer entwarf  1925 im Alter von 23 Jahren den Wassily-Stuhl B3 und war zu dieser Zeit nach seiner Ausbildung zum Tischler am Bauhaus in Weimar schon Jungmeister und Leiter der Möbelwerkstatt am Bauhaus Dessau. Seine Möbelentwürfe aus Holz waren aufregend und neu, da er sie aus formal identischen, aber variierten Einzelteilen zu einem Ganzen zusammengefügte.

Sein Adler-Fahrrad soll Marcel Breuer zum Entwurf von Stahlrohrmöbeln inspiriert haben. Nach dem Vorbild gebogener Fahrradlenker wollte er Möbel bauen, konnte die Firma Adler aber nicht von seiner Idee überzeugen. In Kooperation mit den Junkers-Flugzeugwerken entwarf er die ersten Stahlrohrmöbel, auch den Stahlclubsessel B3 für das vom Bauhaus errichtete Meisterhaus von Kandinsky, weshalb er später Wassily-Stuhl B3 genannt wurde.

Für Breuer war es sein bis dahin extremster Entwurf, ein radikaler Schritt, der ihm zunächst sogar einige Kritik von den Kollegen einbrachte. Der Stuhl habe nichts Künstlerisches und sei wenig gemütlich. Breuer aber war stolz auf seine mechanische Logik. Schließlich machte sie ihn weltberühmt und zum Erfinder der Stahlmöbel.

Die jüdische Herkunft Marcel Breuers zwang ihn 1933 Deutschland zu verlassen. Nach Aufenthalten in Ungarn und London emigrierte er 1937 in die Vereinigten Staaten. Die Architektur und weltweiter Erfolg mit seinen Arbeiten bestimmten sein Leben bis zu seinem Tod 1981.

Der Wassily-Stuhl B3 scheint jedoch unsterblich zu sein, er wird noch immer von der Firma Knoll-International hergestellt.

Eero Aarnio

Der finnische Innen- und Möbeldesigner Eero Aarino wurde 1932 in Helsinki geboren und studierte von 1954 bis 1957 am Institut für Industrielles Desgin in Helsinki. 1962 machte er sich mit seinem ersten eigenen Büro als Innenarchitekt und Industriedesigner selbstständig. Schon 1963 entwarf er den Kugelsessel, der auch als Ball Chair und Globe Chair weltberühmt wurde. Wir kennen ihn aus Filmen, Fernsehshows und Hochglanzmagazinen. Prominente Stars und Models haben sich mit ihm ablichten lassen. Er ziert Plattencover und CD Hüllen.

Eero Aarino entwarf danach den aus Acryl geformten Bubble Chair, eine dem Kugelsessel ähnliche Sitzgelegenheit zum Aufhängen und Hindurchsehen. Es folgte 1967 der Pastil Chair aus Fiberglas, der zu einem Multifunktionstalent wurde. Im Winter dient er als Schlitten, im Sommer als Boot, innen und außen als Sitzgelegenheit. Für diesen Entwurf erhielt Eero Aarino 1968 den American Industrial Award.

Fiberglas wurde zu einem seiner Lieblingsmaterialien, da es widerstandsfähig und gut zu verarbeiten ist. Der Einsatz neuer Kunststoffe ermöglichte, Möbel in neuen Formen und beliebigen Farben zu gestalten. Diese Entwicklung begründete den Erfolg von Eero Aarino und inspiriert ihn noch heute zu spektakulären Entwürfen grenzenloser Freiheit. Manche Sitzgelegenheiten schuf er zuerst für den privaten Gebrauch und verband Sitzspaß mit variabler Funktion.

Wer schon einmal in einem Sessel oder Designerstuhl von Eero Aarino gesessen hat, will gar nicht mehr davon lassen. Die Freude an diesen Objekten endet nicht bei den Sitzmöbeln sondern zeigt sich auch beim Anblick von Fototapeten und Grußkarten, die der Designer über seine Homepage vertreibt. Wie beliebt er und seine Schöpfungen sind, ist auf der Fanseite des Designers nachzulesen. Eero Aarino vermittelt mit seinen Kreationen Spaß, Funktion und Lebensfreude.

Internationale Anerkennung fanden auch die Gestaltung von Bestecken, Kellen, Flaschenöffnern und Aschenbechern für die finnische Bank OKO im Jahre 1965. Für Kinder erdachte er sich das multifunktionelle Sitzmöbel Pony aus gespritztem Schaumstoffkorpus. Eero Aarino war bis heute unglaublich produktiv und überrascht immer wieder mit neuen Kreationen.

Der Kugelsessel

Ein Meisterwerk der Sitzkultur ist dem finnischen Industrie- und Möbeldesigner Eero Aarnio mit seinem Kugelsessel gelungen. Nachdem er sich 1962  selbstständig gemacht hatte, fehlten geeignete Sessel für sein Haus. Die Lösung war eine eigene Kreation in Kugelform. Sein Prototyp entstand aus einer  Negativform aus Sperrholz, die mit nassem Papier beklebte wurde. Die Oberfläche erhielt eine Laminierung aus Fiberglas. Nach dem Entfernen der inneren  Form polsterte er sie aus und montierte sie auf einem Fuß. Es dauerte noch ein paar Jahre, bis der Kugelsessel in Serie produziert wurde. Auf einem  drehbaren Aluminiumfuß befestigt und mit Schaumstoff ausgepolstert wirkte der Kugelsessel wie eine Höhle, in der es sich verkriechen lässt. Ein  Rückzugsraum, der Geräusche fernhält und mit integriertem Telefon die Privatsphäre beim Gespräch bewahrt. Eero Aarnio bezeichnete seinen Kugelsessel  auch als „Raum im Raum“. Durch das Drehen des Sessels ändert sich die Perspektive des Sitzenden und das Signal zur Aufnahme der Kommunikation ist  gegeben.

Wir kennen den Kugelsessel aus Science Fiktion Filmen, Fernsehshows und Hochglanzmagazinen. Fotografen haben Prominente Stars und Models gerne mit diesem Designerstuhl bzw. -Sessel abgelichtet. Er ziert Plattencover und CD Hüllen. Die Originalfarben waren weiß, rot, schwarz und orange,  passend zum Lifestyle der 60iger Jahre. Eero Aarnio gelang mit der Gestaltung dieses Sessels der internationale Durchbruch. Es folgte eine Vielzahl von Fiberglasentwürfen und Möbelkollektionen aus Kunststoff. Dieses widerstandsfähige Material erlaubte, ergonomische und aufsehend erregende neue Formen zu gestalten.

Das Vitra Design Museum hat den Kugelsessel in seine Sammlung als Miniatur aufgenommen und kann im Vitra Museums Shop erworben werden.

Die Firma ADELTA stellt die Fiberglasmöbel bis heute ausschließlich in ihrem finnischen Werk mit den Originalformen her. Ein weltweites Händlernetz vertreibt erfolgreich die beliebten Werke von Eero Aarnio. Der Kugelsessel ist nach wie vor beliebt. Eine Fälschung ist meist am Fuß des Sessels zu erkennen.