Eames Chair

Charles Eames (geb. 1907), Studium der Architektur an der Washington University in St. Louis und seine Ehefrau Ray Eames geborene Bernice Alexandra Kaiser (geb. 1912), Studium der Malerei, entwarfen im Nachkriegsamerika funktionelle Möbel. Ihr Stil prägt noch heute viele Designer.
Als selbstständiger Architekt und Dozent für Design gewann Charles Eames zahlreiche Auszeichnungen; u.a. 1940 mit Eero Saarinen den Wettbewerb für „Organisches Design für Wohnraumausstattungen“ des Museum of Modern Art in New York. Seine Ehefrau Ray Eames stellte in der ersten Ausstellung amerikanischer abstrakter Künstler im New Yorker Riverside Museum aus.
Während des  Zweiten Weltkrieges erarbeiteten sie Entwürfe von Tragen und Beinschienen im Auftrag der US-Regierung und verschiedenen Flugzeugherstellern. Das Verbiegen von Schichtholz unter Dampf übertrugen sie auf verschiedene Möbelentwürfe mit denen sie 1946 im Museum of Modern Art in New York ausstellten. Die Firma Herman Miller in Michigan wurde  Produzent der Eames Möbel in den USA und ist es größtenteils bis heute.

Der weltweit bekannteste Eames Chair ist der Lounge Chair. Er sollte den alten englischen Clubsessels ersetzen. Mit einem Fünfsternfuss aus Aluminium, auf dem die übrige Sesselkonstruktion drehbar gelagert ist und Schichtholzschalen für den Sitz, einer  zweiteiligen Rückenlehne, Lederpolstern und vieler anderer Details revolutionierte er den Sitzkomfort.
Mit dem Eames Plastic Side Chair startete die erste Serienproduktion schalenartiger Stühle ohne Armlehne aus glasfaserverstärktem Polyester.
1957 begann die Zusammenarbeit mit Vitra und die Produktion der Plastic Chairs. Seit 1993 werden die Eames Plastic Chairs aus Gründen des Umweltschutzes  aus durchgefärbtem Polypropylen hergestellt. Die Untergestellvarianten sind aus Ahornholz oder Stahl. Es gibt sie ungepolstert, mit Vollpolster, mit nahtlos in die Sitzschalen übergehenden Armlehnen und auf Stahlrahmen mit Ahorn-Schaukelstufen.
Die Eames Chairs haben mit außerordentlichem Design und Sitzkomfort die Zeit überdauert.

Panton Chair – Vitra

Designklassiker sind in immer mehr Wohnungen und Häusern Design begeisterter  Menschen zu finden. Neben dem Eames Chair als Designklassiker ist besonders ein Stuhl gefragt: Der Panton Chair von Verner Panton.

Weltbekannt und einer der bedeutendsten Stühle des 20. Jahrhunderts ist der Panton Chair. Der dänische Designer Verner Panton (1926-1998) hat ihn erschaffen. Von 1947 bis 1951 studierte er an der Technischen Hochschule in Odense und der Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen.

Seine Vorstellung von einem hinterbeinlosen Stuhl nahm bereits in den 50iger Jahren Gestalt an. Der nötige Werkstoff zur Herstellung eines S-förmigen Stuhls ließ jedoch zuerst einmal auf sich warten, Teakholz war nicht das geeignete Material, was die ersten Entwürfe 1955 zeigten. Die kurvige Ausbildung der Fußpartie, die eine Standplatte komplett erübrigte und noch zusätzliche Beinfreiheit bieten sollte, erforderte einen besonderen Kunststoff.

Mit Polyurethan-Hartschaum gelangen erste Versuche, einen Prototypen aus Kunststoff herzustellen, die 1959/60 mit Styrocopolymer Acrylester-Styrol-Acrylnitril (ASA) zum Erfolg führten. Der erste Monoblock-Freischwinger aus einem Guss war entstanden. Verner Panton nannte ihn „Panton Chair“. Die technischen Neuentwicklungen auf dem Gebiet der Kunststoffe ermöglichten es nun einen Stuhl aus einem einzigen Stück Kunststoff herzustellen und ihm jede mögliche Farbe zu geben. Passend zur Popart trug dieses außergewöhnliche Design in Kombination mit leuchtenden Farben zum neuen Lebensgefühl der 60iger Jahre bei. Seine Silhoutte ist sein Markenzeichen.

Als Verner Panton 1963 nach Basel übersiedelte, begann die Zeit einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Möbelproduzenten Vitra. Hier konnte er seine Visionen verwirklichen. Seit 1967 wird der Panton Chair in Serie produziert. Fortschritte in der Kunststofferzeugung ermöglichen heute die Herstellung der Stühle aus durchgefärbtem Polypropylen. Es gibt sie in weiß, orange, rot, grün, graublau und schwarz mit mattierter Oberfläche.

Der Panton Chair ist Kult geworden. Wie eine Raumskulptur erfüllt er nicht nur eine hervorragend ergonomische Sitzkultur, er ist ein Hingucker und weckt in jedem den Wunsch, ihn einmal zu besitzen.

Windsor Stuhl



Namensgeber war die englische Stadt Windsor, die mit ihrer Lage an der Themse die Produkte der umliegenden Möbelindustrie verschiffen konnte. Der Windsor Stuhl wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts in High Wycombe hergestellt und besonders beliebt in Groß Britannien und in Amerika. Schiffe brachten ihn in die Handelsstädte entlang der Küsten, Einwanderer  besaßen die notwendigen Kenntnisse zur Produktion des Stuhls.

Der Windsor Stuhl erscheint auf den ersten Blick so sparsam hergestellt wie die Armut der ersten Einwanderer in die USA erahnen lässt. Jeder kennt diesen Stuhl aus amerikanischen Filmen, vor allem Western und als Schaukelstuhl mit Armlehnen. Er ist minimalistisch in Material und Form.

Mit wenig Holz konnten Stuhlbeine und Stäbe aus Ästen gedreht werden. In die Sitzfläche sowie in die obere Rückenlehne wurden Löcher gebohrt, und die eingesetzten Stäbe wurden zur Rückenlehne. Besondere Stabilität wurde dadurch gewährleistet, dass zu den vier schräg eingesetzten Stuhlbeinen drei Querverbindungen angebracht wurden. Großes handwerkliches Können war nicht notwendig und einfache Werkzeuge sowie eine Drehmaschine genügten zur Herstellung des Stuhls. Geschäftstüchtige Handwerker produzierten die Einzelteile auf Lager und konnten an jedem Ort ihren Artikel verkaufen und zusammenbauen.

Der Windsor Stuhl wurde zu einem der ersten Massenprodukte. Sein Äußeres entfernte sich in Amerika mit der Zeit vom englischen Original. Er wurde zum Country-Stuhl und hauptsächlich schwarz oder grün lackiert verkauft. Heute werden viele Variationen in verschiedenen Materialien angeboten, mit und ohne Lehnen. Neben industrieller Produktion gibt es Manufakturen, die in Handarbeit diesen stabilen zeitlosen Stuhl fertigen.